13.08.2009
Indien: US-Kommission für Religionsfreiheit fordert besseren Schutz von Minderheiten
- Indien unter Beobachtung wegen religiös motivierter Gewalt
Indien: US-Kommission für Religionsfreiheit fordert besseren Schutz von Minderheiten
- Indien unter Beobachtung wegen religiös motivierter Gewalt
Washington/Neu Delhi (idea) - 14. August 2009 – Die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit hat Indien auf eine Beobachtungsliste der Staaten gesetzt, in denen religiöse Minderheiten gefährdet sind. Man beobachte ein „beunruhigendes Anwachsen“ religiös motivierter Gewalt. Der indische Staat tue zu wenig, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Das US-Außenministerium wird aufgefordert, bei der indischen Regierung auf einen besseren Schutz religiöser Minderheiten zu drängen. Anlass sind schwere Ausschreitungen militanter Hindus gegen Christen und Muslime. Vor einem Jahr war vor allem im Bundesstaat Orissa eine Welle der Gewalt gegen Christen ausgebrochen, nachdem der extremistische Hindu-Führer Swami Laxmanananda Saraswati am 24. August ermordet worden war. Hindu-Extremisten machten Christen für die Bluttat verantwortlich. Bei Vergeltungsattacken wurden nach Angaben des Gesamtindischen Christenrats rund 200 Christen ermordet, 18.000 verletzt und 53.000 vertrieben. Im Jahr 2002 waren mehr als 1.000 Personen, meist Muslime, bei Unruhen im Bundesstaat Gujarat ums Leben gekommen, nachdem 60 Hindus bei einem Zugunglück starben. Indische Regierung: Justiz geht „Verirrungen“ nach Von den 1,1 Milliarden Einwohnern Indiens sind 82 Prozent Hindus, zwölf Prozent Muslime und mindestens drei Prozent Christen. Die Regierung in Neu Delhi reagierte mit Bedauern auf die Aufnahme des Landes auf die US-Beobachtungsliste. Der Sprecher des Außenministeriums, Vishnu Prakash, verwies darauf, dass sich Indien als multi-ethnischer und multi-religiöser Staat verstehe. „Verirrungen“ würden durch das unabhängige Rechtssystem behandelt. Auf der Beobachtungsliste der US-Kommission stehen ferner Ägypten, Afghanistan, Indonesien, Kuba, Laos, Russland, Somalia, Tadschikistan, die Türkei, Venezuela und Weißrussland. „Besonders Besorgnis erregende Staaten“ Die 1998 ins Leben gerufene Kommission veröffentlicht regelmäßig Berichte über Länder, in denen die Religionsfreiheit bedroht ist. Sie empfiehlt der US-Regierung, Sanktionen zu erlassen; die Regierung muss den Empfehlungen aber nicht folgen. Als „besonders Besorgnis erregende Staaten“ bezeichnet die Kommission in ihrem am 1. Mai veröffentlichten jüngsten Jahresbericht Birma, Nordkorea, Eritrea, Iran, Irak, Nigeria, Pakistan, die Volksrepublik China, Saudi-Arabien, Sudan, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam.