27.01.2009
Saudi Arabien: Die Realität des Christentums in Saudi Arabien
AKREF/JJ/ - 27.01.2009 - Am 20. August 2008 veröffentlichte der Gebetsdienst für Religionsfreiheit der weltweiten Evangelischen Allianz (WEA RLP Ministry) einen Gebetsrundbrief mit dem Titel „Saudi Arabien von Apostasie und Dissidenten erschüttert.
Im Mittelpunkt der Publikation stand eine junge saudische Frau, Fatima Al-Mutairi (26), die in ihrem Blog publik machte, dass sie Christin geworden war. Als ihr Bruder (oder Vater, die Berichte sind in diesem Punkt widersprüchlich), ein Beamter der Kommission für die Förderung der Tugend und Verhütung des Lasters, von ihrer Bekehrung erfuhr, schnitt er ihr angeblich die Zunge heraus und verbrannte die junge Frau.
Die englischsprachige Zeitung „Gulf News“ berichtete: „Der Tod der jungen Frau löste Schockwellen aus, und die Webseiten, wo das Opfer immer wieder unter verschiedenen Nicknames geschrieben hat, haben extra Platz zur Verfügung gestellt, um die Trauer um sie zu bekunden, während andere aus Protest vorübergehend ihre Aktivitäten eingestellt haben“
Der RLP Rundbrief ging auf die Spannungen ein, die in totalitären islamischen Staaten im Steigen begriffen sind, in welchen der Islam traditionell gegen „Blasphemie“ (= Kritik) und „Apostasie“ (Abfall bzw. Übertritt zu einer anderen Religion) geschützt ist. Heute eröffnen die Globalisierung und Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnik Wege, auf denen abweichende Meinungen und Ideen in einst geschlossene totalitäre Gesellschaften eindringen. Wenn sie erst einmal die Vielfalt entdeckt haben, begreifen neugierige und fragende Geister, was es bedeutet, in einer Kultur zu leben, in der es keine Freiheit gibt, in einem von Gleichschaltung geprägten Land.
Kurz vor ihrem Märtyrertod schrieb Fatima Al-Mutairi ein Gedicht mit dem Titel „Und um Christi willen tragen wir alle Dinge“ und veröffentlichte es in ihrem Blog. Barnabas Fund hat eine Übersetzung ins Englische veröffentlicht.
In ihrem Gedicht bekennt Fatima ihre Liebe zu Jesus Christus und zu ihrem Heimatland Saudi Arabien - eine Liebe die so stark ist, dass sie bereit ist für beide zu sterben. Sie beklagt die grausame Verfolgung und bekennt gleichzeitig, dass sie keine Angst hat und entschlossen ist, bis zu ihrem Tode Christin zu bleiben. Sie schließt ihr Gedicht mit den Worten „Was meine letzten Worte betrifft, so bete ich zum Herrn der Welten, Jesus dem Messias, dem Licht der klaren Führung, dass Er die Gedanken ändert und die Waage der Gerechtigkeit richtig stellt, and dass er Liebe unter euch verbreitet, o Moslems“.
Die saudischen Behörden verfolgen schon lange die christlichen Gastarbeiter im Königreich und haben den Import von Bibeln, Kreuzen und christlicher Literatur verboten in dem Glauben, das Christentum von der Bevölkerung Saudi Arabiens fernhalten zu können. Doch alle Bemühungen waren umsonst, denn der christliche Glauben sprießt dennoch in ihrer Mitte.
„Ich bin Saudi und Christin“, sagte Fatima Al-Mutairi (26) bevor sie den Märtyrertod starb.
„Ich bin Saudi und Christ“ sagte auch Hamoud Bin Saleh (28), bevor er am 13. Januar 2009 verhaftet wurde. Er hatte in seinem inzwischen in Saudi Arabien blockierten Blog „Mashihi Saudi -