20.11.2009

Iran: Maryam und Marzieh sind frei

OD - 20. November 2009 - Weltweit haben Christen für ihre Freilassung gebetet und Unterschriftslisten an politisch Verantwortliche geschickt. Am Mittwoch, 18. November, nun wurden Maryam Rostampour und Marzieh Amirizadeh endlich aus dem Gefängnis entlassen. Nach neun Monaten Haft im berüchtigten Evin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt Teheran. Ein Freund der  beiden bedankte sich nach der Entlassung bei Open Doors: „Ich danke euch und den Tausenden von Christen, die sich für Maryam und Marzieh eingesetzt und gebetet haben."

„Sie sind wieder zu Hause", berichtete ein Open Doors-Mitarbeiter aus dem  Iran. „Wir sind so dankbar, dass Maryam und Marzieh ohne Kaution entlassen wurden." Doch ein offizieller Freispruch sei das nicht. Denn obwohl ihre Entlassung ein Grund zur Freude sei, sei unklar, ob es sich hierbei um eine bedingungslose Entlassung handelt. Gängige Praxis im Iran ist, dass ehemalige Muslime nach ihrer Entlassung weiterhin zu gerichtlichen Anhörungen erscheinen müssen. „Das passiert sehr häufig", erklärte der Mitarbeiter, „Christen werden auf Kaution entlassen, aber die Behörden üben weiterhin Druck auf sie."

Ehemalige Muslimas blieben standhaft

Maryam und Marzieh saßen in ihrer Zelle mit 27 weiteren Frauen. Soweit bekannt ist, wurden sie nicht körperlich misshandelt. Doch man verweigerte ihnen die medizinische Versorgung. Marzieh leidet an einer Zahninfektion, unter heftigen Kopfschmerzen und Rückenbeschwerden. Am 5. März wurden die beiden Frauen verhaftet. Ihnen wurde vorgeworfen, „der Staatssicherheit entgegenzuhandeln" und „an illegalen Versammlungen teilzunehmen". Am 7. Oktober wurde die Anklage wegen staatsfeindlicher Aktivitäten fallengelassen und ihr Fall vom Revolutionsgericht an einen Strafgerichtshof verwiesen. Weiterhin wurde den beiden ehemaligen Muslimas „Abfall vom Islam" und die illegale Verkündigung ihres christlichen Glaubens vorgeworfen. Ihnen drohten lebenslange Haft und tägliches Auspeitschen. In einer kurzen Verhandlung am 9. August befragte der Richter sie nach ihrer Religion. Darauf antworteten die Frauen: „Wir lieben Jesus. Und ja, wir sind Christen. Wir wurden in eine muslimische Familie hineingeboren, aber wir waren keine Muslime." Der Richter wies sie an, darüber nachzudenken, ob sie ihrem Glauben an Jesus abschwören und zum Islam zurückkehren wollen. Doch die Frauen weigerten sich und blieben Jesus treu.