10.12.2010

Österreich: Christen appellieren an Muslime

Kundgebung: 20 Organisationen beklagen „religiösen Genozid“.

Österreich: Christen appellieren an Muslime

Kundgebung: 20 Organisationen beklagen „religiösen Genozid“.

 

Wien/Red. „Solidarität mit verfolgten Christen“ – unter diesem Motto gehen heute, Freitag, dem internationalen Tag der Menschenrechte, 20 christliche Organisationen auf die Straße. Protestiert wird gegen die Verfolgung von Christen – jüngster Anlass war ein Blutbad mit 60 Toten in Bagdad. Weltweit, so die Organisatoren, werden über 200 Millionen Christen verfolgt.

Konkret richtet sich der Appell vor allem an muslimische Länder. Gerade dort, so Hans Marte, Präsident der Stiftung „Pro Oriente“, sei die Lage vieler Christen „unerträglich“ geworden. Er appelliert an die österreichischen Muslime, sich stärker für deren Freiheitsrechte einzusetzen. Ex-Staatssekretär Helmut Kukacka, Vorsitzender des Mittelschüler Kartellverbands (MKV) fordert die Islamische Glaubensgemeinschaft auf, sich von derartigen Vorgängen zu distanzieren. Von 12 bis 17 Uhr wird es auf dem Stock-im-Eisen-Platz einen Infostand geben, um 17.15 Uhr folgt ein Fackelzug von der Staatsoper zum Stephansdom. Schließlich leitet Weihbischof Franz Scharl mit dem syrisch-orthodoxen Chorbischof Emanuel Aydin und dem koptisch-orthodoxen Bischof Gabriel einen Wortgottesdienst im Dom.

„Die Presse", Print-Ausgabe, 10.12.2010 diepresse.com