26.02.2010

Pakistan: Von den Brüdern verfolgt

(Open Doors) - 26. Februar 2010 – Pakistan belegt auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex Platz 14 der Rangliste von Ländern mit starker Christenverfolgung. Von dort stammt auch Riaz Masih. Bis vor Kurzem lebte er in der kleinen Ortschaft Kallur Kot im Punjab. Doch er musste untertauchen, weil seine muslimischen Brüder den Christen verfolgen.  

Der heute 26-Jährige verlor seine Eltern, als er noch ein Kind war. Sie waren Christen. Auch nach ihrem Tod hielt Riaz Masih an seinem Glauben an Jesus Christus fest. Zum Ärger seines Ziehvaters Maulvi Peer Akram-Ullah. Der islamische Geistliche nahm Riaz und seine fünf Geschwister in sein Haus auf. Akram-Ullah lehrte sie den Koran und wie es heißt, habe er Masihs vier Brüdern und seiner Schwester ein großes Stück Bauland und je 500.000 Rupien – fast 4.400 Euro - als Belohnung versprochen, wenn sie das islamische Glaubensbekenntnis sprechen und damit zu Muslimen werden. Und das taten sie.

Standhaft geblieben

Einzig Riaz Masih blieb seinem Glauben an Jesus Christus treu. Doch sein Leben war seitdem geprägt von Schikane und Verfolgung. Eine Kirche gibt es in seiner Nähe nicht. Nur mit zwei christlichen Familien konnte er Gemeinschaft haben; sie lehrten ihn und sein Glaube wurde fester, Tag für Tag. Doch immer wieder gängelten ihn seine Brüder und sein Ziehvater, Muslim zu werden. Sie versprachen ihm eine Million Rupien – über 8.700 Euro – eine große Wohnung und eine Frau seiner Wahl. 

Gerechte Tat im Namen Allahs

Am 8. Februar versuchten sie es dann mit Gewalt. Seine Brüder suchten Masih in seinem bescheidenen Haus in Kallur Kot auf. „Sie drohten mir, dass sie mich töten werden, wenn ich nicht auf der Stelle zum Islam übertrete“, erzählt Masih dem Informationsdienst Compass Direct. „Sie sagten, einen Ungläubigen zu töten, sei keine Sünde. In den Augen Allahs wäre es eine gerechte Tat.“ In dieser scheinbar ausweglosen Situation bat Masih um einige Minuten Bedenkzeit. Er wollte fliehen, doch sein Versuch scheiterte. Seine Brüder packten ihn und prügelten mit Bambusstöcken auf ihn ein. „Sie glaubten wohl, ich sei tot, deshalb ließen sie mich liegen. Doch mein allmächtiger Gott hielt mich am Leben, damit ich weiter die Gute Nachricht von Jesus Christus erzählen kann“, sagte er. Helfer einer christlichen Wohlfahrtsorganisation brachten den verletzten Mann zu einer Menschenrechtsorganisation, die ihn versorgte und finanziell unterstützte. Obendrein hatten seine Brüder noch sein Haus geplündert.

Riaz Masih weiß, dass seine Brüder und sein Ziehvater nach ihm suchen. Er ist überzeugt, dass sie ihn töten wollen. In diesem Moment lebt er irgendwo in Pakistan versteckt vor seinen Verfolgern.