04.03.2010
Großbritannien: Pfarrer vom Radiosender entlassen wegen religiöser Stellungnahme
Christlicher Prediger gewinnt das Recht, seinen Fall vor dem Europäischen Gerichtshof zu bringen
Großbritannien: Pfarrer vom Radiosender entlassen wegen religiöser Stellungnahme
Christlicher Prediger gewinnt das Recht, seinen Fall vor dem Europäischen Gerichtshof zu bringen
AKREF/SS/PM - 04.03.2010 - Ein christlicher Prediger hat das Recht gewonnen, seinen Fall vor den Europäischen Gerichtshof zu bringen: Er wurde von einer staatlichen Radiostation, die an die asiatische Gesellschaft gerichtet ist, wegen seines christlichen Glauben und seinen Überzeugungen diskriminiert.
Pfarrer Mahboob Masih, Pastor der schottischen Nationalkirche, war ein freiwilliger Moderator auf Awaz FM („die Stimme – UKW“ – Anm.d.Red.). Seine Arbeit hinter dem Mikrofon wurde nach sechs Jahren beendet, weil der moslemische Vorstand wegen einer Anruferaktion nach einer Live- Debatte über die Einzigartigkeit des Christentums verärgert war.
Nachdem ihm mitgeteilt wurde, dass er seine Arbeit im Rundfunk nicht länger ausüben kann, wandte sich der 37- Jährige an ein Arbeitsgericht, um zu klagen, dass er seine Arbeitsstelle wegen religiöser Diskriminierung verloren hatte. Die Verantwortlichen des Radiosenders bestritten die Diskriminierung mit dem Argument, dass das Gericht kein Befugnis hat, den Fall zu verfolgen, da Herr Masih kein Angestellter, sondern Volontär ist.
Mit einer bahnbrechenden Entscheidung wurde festgelegt, dass Pfarrer Mahsi’s Fall vor den Europäischen Gerichtshof gebracht wird, um dort entscheiden zu lassen, ob Volontäre vom Antidiskriminierungsgesetz geschützt werden.
Wenn dies der Fall ist, hat diese gesetzliche Regelung große Konsequenzen auf alle Arbeitgeber, die Volontäre, die ihren Glauben öffentlich bekanntgeben, beschäftigen.
Awaz Radio ist ein Radiosender in Glasgow, der an die asiatische Gemeinschaft gerichtet ist. Er ist gemeinnützig und wird vom Staat unterstützt.
Auf Sendung hat Pfarrer Masih aus christlicher Sicht über die Einzigartigkeit von Christus gesprochen. Viele Moslems In Glasgow haben hierbei zum ersten Mal etwas über den christlichen Glauben erfahren.
Pfarrer Masih beantwortete die Fragen der Radiohörer in Erwiderung auf den moslemischen Sprecher Zakir Naik, der vorher die religiösen Unterschiede zwischen Islam und Christentum aus seiner Sicht dargelegt hatte. Es war eine religiöse Debatte, bei der eine angemessene Sprache benutzt wurde und keiner Anstoß finden könnte.
Der Vorstand des Radiosenders veranlasste Pfarrer Masih dazu, ein Statement der Entschuldigung bezüglich der Radiosendung abzugeben. Dies tat er auch ordnungsgemäß, wobei er jedoch auch die Wichtigkeit der Redefreiheit betonte. Nachdem sich der Pfarrer auf Sendung entschuldigte, forderte das Management ihn dazu auf, in die Moschee zu gehen, um sich dort ebenfalls zu entschuldigen. Dies erachtete Pfarrer Masih als unangebracht und weigerte sich aus Gewissensgründen.
Stattdessen schrieb er dem Radiosender einen Brief, in dem er konstatierte, dass er überzeigt sei, keinen Fehler begangen zu haben und die Forderung, sich in der Moschee zu entschuldigen, als einschüchternd erachte.
Pfarrer Masih wurde in diesem Fall durchgehend vom Christian Legal Centre unterstützt, welches wiederum Paul Diamond, einen leitenden Menschenrechts- Anwalt, beauftragten.
Der Richter Raymond Williamson bestimmte am 26. August 2009, dass Herr Masihs Fall vor dem Europäischen Gerichtshof gelegt werden solle, um diesen über den Schutz des Volontären durch das Antidiskrimierungsgesetz entscheiden zu lassen.
Williamson äußerte: „Ich frage mich, ob es richtig sein kann, dass der Antragsgegner, eine gesetzliche, teils von öffentlichen Geldern finanzierte Institution, mit dem eigentlichen Ziel, sozialen Zusammenhalt zu fördern, in der Lage sein darf, aus religiösen Gründen Volontäre, die sie auf Grund ihrer Lizenz verpflichtet sind einzustellen, zu diskriminieren?“
Pfarrer Masih sagte „Dieser Fall zeigt den skandalösen Missbrauch von öffentlichen Geldern für rechtswidrige Handlungen unter dem Deckmantel von sozialem Zusammenhalt. Ich glaube nicht, dass andere religiöse Gruppen wie Awaz Radio hätten handeln dürfen. Ich bin dem Britischen Gerichtshof dankbar. Die Pakistanische Christliche Gemeinschaft hat vor, ihren Protest an das schottische Parlament zu richten, um Diskriminierungen gegen Christen aufzuzeigen.“
Andrea Minichiello Williams, Rechtsanwalt und Gründer des Christian Legal Centre sagte: „Wir sind dankbar für die mutige Entscheidung von Richter Williamson. Er traf einen tapferen Entschluss. Wir im Christian Legal Centre sind von der Wichtigkeit der Redefreiheit überzeugt und werden weiterhin gegen die Ausgrenzung von Christen ankämpfen. Pfarrer Masih freut sich über den Beschluss des Europäischen Gerichtshofs, da dieser Christen in ganz Europa bestätigt, dass ihre Redefreiheit und Ausübung des Glaubens durch das Gesetz geschützt werden.“
Quelle: www.christianlegalcentre.com/view.php