06.03.2010

Deutschland: Württembergischer Justizminister will Religionsfreiheit vor

Stuttgart (epd) 0525/06.03.2010 Die Religionsfreiheit in Deutschland muss nach Ansicht des Justizministers und Integrationsbeauftragten der Landesregierung Baden-Württemberg, Ulrich Goll (FDP), geschützt werden. «Die Religionsfreiheit ist etwas, worauf wir stolz sein können, was wir aber auch vor Missbrauch schützen müssen, » sagte Goll bei der Tagung «Heimat in der Fremde - Katholische Migranten in der »Diaspora« Württemberg» am Samstag in Stuttgart. Eine Demokratie müsse religiöse Auseinandersetzungen zulassen, aber durch die Verfassung sei ein eindeutiger Rahmen gesteckt, der dafür sorge, dass die Religionsfreiheit nicht missbraucht werde.

Weiter sagte Goll, dass ein Viertel der 2,7 Millionen Einwohner Baden-Württembergs einen Migrationshintergrund besitzt. Die früheren katholischen Migranten seien für viele dieser Menschen nun selbst ein Ort der Integration geworden. So hätten in der Diözese Rottenburg- Stuttgart Katholiken aus über 160 Ländern eine neue Heimat gefunden. Gari Pavkovic von der Stabsabteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart sagte, die evangelische und die katholische Kirche sollten trotz zürückgehender Einnahmen nicht bei der Sozial- und Bildungsarbeit sparen, weil die Beratungs- und Betreuungsangebote der beiden Volkskirchen von Migranten gut angenommen werden.