08.04.2011
Kolumbien: Wie geht es Heidy und ihren Geschwistern
(Open Doors) – Vor zwei Jahren wurden die Eltern von Heidy, Ambar Gricet und Juan José aus Kolumbien ermordet. Weltweit nahmen Christen an dem Schicksal der drei kleinen Kinder Anteil und haben für sie gebetet und ihnen Briefe und Karten geschrieben.
Zwei bislang unbekannte Männer stürmten am 24. April 2009 in das Haus ihrer Eltern in La Esmeralda. Was dann geschah, glich einer Hinrichtung: Mit mehreren Schüssen wurden Emilse Maria del Carmen und José Rodriguez getötet. Sie hatten keine Chance, zu fliehen. Die neunjährige Heidy sah ihre blutüberströmten Eltern, bevor sie ins Krankenhaus gebracht wurden. Es war das letzte Mal, dass sie sie lebend sehen sollte. Wenngleich dieses Erlebnis tiefe Wunden in ihrer Seele hinterlassen hatte, sagte sie damals: „Meine Eltern sind jetzt im Himmel. Nun sorgen Jesus und meine Großeltern für uns.“
Wie geht den Kleinen heute?
Die damals zweijährige Ambar und der gerade mal zwei Monate alte Juan José leben seitdem bei ihren Großeltern in La Esmeralda. Jaime und Maria de Carmen, selbst schockiert und voll der Trauer über den Tod ihres Sohnes und der Schweigertochter, tun alles, um den Kindern ein liebesvolles Heim zu geben. Die Situation ist nicht einfach. Beide sind über 60 Jahre alt und haben ein geringes Einkommen aus ihrer Landwirtschaft. Den Kleinen haben sie bislang noch nicht gesagt, dass ihre Eltern ermordet wurden. Für ihre Enkel sind sie Vater und Mutter.
Die heute elfjährige Heidy kam ins „El Hogar“. Das von Open Doors finanzierte Zufluchtszentrum bietet mehr als 50 Kindern u.a. aus bedrohten Pastoren- und Gemeindeleiterfamilien Zuflucht und eine Schule. Den Kindern, die Opfer von Verfolgung waren oder von Guerillas als Kindersoldaten rekrutiert worden sind, helfen die „El Hogar“-Mitarbeiter dabei, schreckliche Traumata zu verarbeiten. Heidy wollte anfangs nicht in das Kinderheim, doch nun ist sie dankbar, dass sie mit den anderen Kindern dort zusammen ist. Sie liebt es, zu tanzen und zu singen, erzählen unsere Mitarbeiter, die sie im März besucht haben. Ihr Trauma hat sie zwischenzeitlich überwunden. Heidy ist eine gute Schülerin und sie hat einen starken Glauben an Jesus. Befragt nach ihren Wünschen für die Zukunft antwortete sie: „Ich wünsche mir, dass das „El Hogar“ noch vielen andern Kindern helfen kann und: Ich möchte eines Tages den Menschen von der Liebe Jesu erzählen, so wie es meine Eltern getan haben.“
Quelle: Compass Direct