09.04.2011
EU/Arabische Welt: Katholische Bischöfe der EU-Länder beraten über die Entwicklungen in der arabischen Welt
Kirche macht sich Sorgen um Zukunft der christlichen Minderheiten
EU/Arabische Welt: Katholische Bischöfe der EU-Länder beraten über die Entwicklungen in der arabischen Welt
Kirche macht sich Sorgen um Zukunft der christlichen Minderheiten
AKREF/pm 9.4.2011 – Der katholische Nachrichtendienst Zenit berichtet aus BRÜSSEL (7. April 2011) dass die gegenwärtige Situation in der arabischen Welt und dem Maghreb sowie der Druck auf die christlichen Minderheiten das Hauptreflexionsthema der Vertreter der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) bei ihrem Treffen am 6.4. in Brüssel waren. Die insgesamt 23 Vertreter der Diözesen in der EU äußerten Sorge wegen der derzeitigen instabilen Lage in einigen arabischen Ländern und um das Schicksal der christlichen Minderheiten, die dort leben.
Bischof Van Luyn betonte in seiner Eröffnungsansprache am vergangenen Mittwoch, dass die Ereignisse der letzten Zeit, die dringliche Lage der Christen in diesen Ländern, und die Gefahr, dass das Christentum, nachdem es seit zweitausend Jahre dort beheimatet ist, nun zu verschwinden droht, ein wichtiges Thema sei. Die Lage der religiösen Minderheiten - nicht nur der Christen - sei nach wie vor prekär. Obwohl die Revolution in diesen Ländern von jungen, demokratiewilligen Menschen initiiert worden seien, sei es noch nicht ausgemacht, dass die demokratiewilligen Argumenten obsiegen würden. Bischöfe aus den betroffenen Ländern haben zu bedenken gegeben, dass Islamisten durchaus in der Lage seien, die Revolution an sich zu reißen. Der Machtvakuum, der durch den Sturz unliebsamer Diktatoren entstanden sei, sei noch nicht gefüllt. Der koptisch-katholische Patriarch von Alexandria, Kardinal Antonios Naguib, der maronitische Erzbischof von Zypern, Erzbischof Youssef Soueif, und libanesische Professor für Geopolitik und Geostrategie, Nabil Kamal Khalife waren als Berater/Experten zu den Gesprächen eingeladen. Kardinal Naguib hat ausdrücklich davor gewarnt, dass die Bewegung in Ägypten, die am 25. Januar begann, „Gefahr laufe, sich zu verdüstern", weil „die muslimischen Brüder - die Partei für die Islamisierungspolitik - den jungen Ägyptern diese Erneuerung aus der Hand reißen könnten. Im Gegensatz zu den muslimischen Brüdern hat die Jugendbewegung weder anerkannte Führer noch Strukturen, um bei den nächsten Wahlen irgendeine Chance zu haben. Sie brauchen Zeit, die sie nicht haben", fügte er hinzu. Die Situation der Christen würde bestenfalls gleich bleiben oder sich sogar verschlechtern, wenn im Text der zukünftigen Verfassung die Scharia weiterhin als Quelle für die Gesetzgebung festgeschrieben werde, sagte der ägyptische Kardinal.