09.04.2011

Evangelische Allianz: Gastredner beim Gebetsfrühstück: Hermann Gröhe

Gröhe: „Es gab noch nie so viele verfolgte Christen“

Evangelische Allianz: Gastredner beim Gebetsfrühstück: Hermann Gröhe

Gröhe: „Es gab noch nie so viele verfolgte Christen“

 

CDU-Generalsekretär spricht bei Gebetsfrühstück der Evangelischen Allianz

Mülheim (idea) – „Die Gesellschaft wird bunter, und wir sollten kraftvoll unsere Farbe einbringen.“ Dazu hat CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe (Berlin) die Christen ermuntert. Er sprach am 9. April bei einem Gebetsfrühstück der Evangelischen Allianz in Mülheim/Ruhr. Der Pluralismus sei ein „Kind des Christentums“ und gleichzeitig Voraussetzung für die freie Glaubensentscheidung des Einzelnen, so der Politiker. Er ermunterte Christen zugleich dazu, sich politisch zu engagieren: „Gott zu bezeugen und sich für eine menschlichere Welt einzusetzen, das gehört zusammen.“ Gröhe warnte davor, politische Kompromisse „per se als etwas Schlechtes“ zu sehen: „In der Politik gibt es selten die reine Lehre. Kompromissfähigkeit ist eine moralische Leistung.“ Dennoch sei es bei Gewissensentscheidungen richtig, keine Kompromisse zu schließen – etwa bei der embryonalen Stammzellenforschung. Nach Gröhes Ansicht gibt es in der Gesellschaft einen „Schatz an gemeinsamen Werten“ wie Treue, Verlässlichkeit, Freundschaft und Liebe. Es gelte, die Menschen wieder zu überzeugen, sich „in freiheitlicher Entscheidung“ an Institutionen wie Ehe und Kirche zu binden. Im Blick auf den Bevölkerungsrückgang plädierte der engagierte evangelische Christ dafür, politische Rahmenbedingungen für eine kinderfreundlichere Gesellschaft zu schaffen. Gegenüber idea sagte er: „Kinder sind für mich der eigentliche Reichtum im Leben. Wir müssen die Atmosphäre in unserem Land dahingehend verändern, dass sich die Menschen mehr für Kinder begeistern.“

„Es gab noch nie so viele verfolgte Christen“

Gröhe – er war von 2003 bis 2009 EKD-Ratsmitglied – rief bei der Veranstaltung ferner dazu auf, für verfolgte Christen zu beten und sich solidarisch an ihre Seite zu stellen. Er verwies auf die kommunistisch motivierte Christenverfolgung in Nordkorea und die Verschärfung der Situation in vielen Teilen der islamischen Welt: „Es gab noch nie so viele Christen auf der Welt, und noch nie wurden so viele verfolgt wie heute.“