09.04.2011
Pakistan: Wieder Christ bedroht und der Blasphemie beschuldigt
Familienvater muss sich ab sofort versteckt halten
Pakistan: Wieder Christ bedroht und der Blasphemie beschuldigt
Familienvater muss sich ab sofort versteckt halten
AKREF/pm – 9.4.2011 - Pakistan kommt nicht zur Ruhe. In der mittelgroßen Stadt Mardan, etwa 1 h Autofahrt nördlich von Peschawar in der Nähe der afghanischen Grenze in der pakistanischen Provinz „Khyber Pakhtunkhwa“, wo es auch eine stattliche Zahl von Christen gibt, haben wie ZENIT.org/Fidesdienst am 8. April 2011 berichteten, aufgebrachte Muslime einen Christen ernsthaft bedroht: „Bekehre dich oder du wirst sterben“. Mit dieser Aufforderung sah sich Masih Gill aus Mardan (im Norden Pakistans) nach einer Diskussion mit einer Gruppe Muslime im Zusammenhang mit der jüngsten Koranverbrennung in den USA genötigt ab zu tauchen. Dabei habe Masih Gill sich nur zu seinem Glauben bekannt und gesagt, dass Christen alle Religionen respektierten und niemandem gegenüber feindlich eingestellt seien. Der sich aus dem Gespräch ergebende Streit habe jedoch mit Einschüchterungen und der Androhung einer Anzeige wegen Blasphemie geendet.
Die Familie wird mit Unterstützung der „Masihi Foundation“, die auch der im Pandschab zum Tode verurteilten Asia Bibi Rechtsbeistand leistet, an einen sicheren Ort gebracht werden. In der hauptsächlich von Pathanen bewohnten Region Mardan agieren zahlreiche radikalislamistische Gruppen, die in der Zivilbevölkerung für ihre strenge Form des Islam werden und vor allem gegen die religiösen Minderheiten hetzen. Haroon Masih, Vorsitzender der „Masihi Foundation“, sagte im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Seine Geschichte ist eine von vielen und ein Beispiel dafür, welche Demütigung Christen täglich über sich ergehen lassen müssen“.
Die Eskalation der Gewalt in der pakistanischen Gesellschaft macht den Christen sehr zu schaffen. Jeden Tag kommt es zu Übergriffen mit vielen Toten und Verletzten, wobei auch kirchliche Einrichtungen und Kultstätten anderer religiösen Minderheiten zu Zielscheiben werden. Trotz dieser dramatischen Situation greifen die zuständigen Behörden jedoch selten ein.
Die Christen versuchen, Diskriminierungen anzuzeigen und ihnen entgegenzuwirken. Aber die Kampagne des Hasses und der anti-christlichen Intoleranz der radikal-islamistischen Gruppen lässt nicht ab. Christen leiden schon seit Jahrzehnten sehr darunter und sind vielfach verängstigt. Die die Christen hoffen, dass der neue Sonderberater für religiöse Minderheiten Paul Bhatti, den Bruder des vor kurzem ermordeten Ministers für religiöse Minderheiten, politisch etwas erreichen kann.
Quellen: u.a. www.zenit.org/article-22923