11.04.2011
Kolumbien: Hoffnung für Kinder ermordeter Christen
(Open Doors) – Vor zwei Jahren wurden die Eltern von Heidy, Ambar Gricet und Juan José aus Kolumbien ermordet. Weltweit nahmen Christen Anteil an dem Schicksal der drei kleinen Kinder und haben für sie gebetet und ihnen Briefe und Karten zur Ermutigung geschrieben.
Zwei bislang unbekannte Männer stürmten am 24. April 2009 in das Haus ihrer Eltern in La Esmeralda. Was dann geschah, glich einer Hinrichtung: Mit mehreren Schüssen wurden Emilse Maria del Carmen und José Rodriguez gezielt getötet. Sie hatten keine Chance, zu fliehen. Als die Täter ins Haus eindrangen, konnte sich Heidy verstecken. Die Neunjährige sah ihre blutüberströmten Eltern, bevor sie ins Krankenhaus gebracht wurden. Es war das letzte Mal, dass sie sie lebend sehen sollte. José und Emilse gehörten früher zu einer Guerillagruppe. Doch sie verließen die linksgerichtete Rebellengruppe ELN (nationale Befreiungsarmee), als sie Christen wurden. Möglicherweise missfiel den Rebellen, dass José das Evangelium unter den Ureinwohnern verkündigte. Über seine Besuche hatten sich die Menschen jedes Mal gefreut. Wenngleich dieses Erlebnis tiefe Wunden in ihrer Seele hinterlassen hatte, sagte sie damals: "Meine Eltern sind jetzt im Himmel. Nun sorgen Jesus und meine Großeltern für uns."
Ambar und Juan Jose aus Kolumbien/Open Doors Wie geht`s den Kleinen heute?
Die damals zweijährige Ambar und der gerade mal zwei Monate alte Juan José leben seitdem bei ihren Großeltern in La Esmeralda. Jaime und Maria de Carmen, selbst schockiert und voll der Trauer über den Tod ihres Sohnes und der Schweigertochter, tun alles, um den Kindern ein liebesvolles Heim zu geben. Die Situation ist nicht einfach. Beide sind über 60 Jahre alt und haben ein geringes Einkommen aus ihrer Landwirtschaft. Den Kleinen haben sie bislang noch nicht gesagt, dass ihre Eltern ermordet wurden. Für ihre Enkel sind sie Vater und Mutter. Die heute elfjährige Heidy kam ins "El Hogar". Das von Open Doors finanzierte Heim bietet mehr als 50 Kindern u.a. aus bedrohten Pastoren- und Gemeindeleiterfamilien Zuflucht und eine Schule. Den Kindern, die Opfer von Verfolgung waren oder von Guerillas als Kindersoldaten rekrutiert worden sind, helfen die "El Hogar"-Mitarbeiter dabei, schreckliche Traumata zu verarbeiten. Heidy wollte anfangs nicht in das Kinderheim, doch nun ist sie dankbar, dass sie mit den anderen Kindern dort zusammen ist. Sie liebt es, zu tanzen und zu singen, erzählen unsere Mitarbeiter, die sie im März besucht haben. Ihr Trauma hat sie zwischenzeitlich überwunden. Heidy ist eine gute Schülerin und sie hat einen starken Glauben an Jesus.
Heidy aus Kolumbien beim Lernen/Open DoorsBefragt nach ihren Wünschen für die Zukunft antwortete sie: "Ich wünsche mir, dass das "El Hogar" noch vielen andern Kindern helfen kann und: Ich möchte eines Tages den Menschen von der Liebe Jesu erzählen, so wie es meine Eltern getan haben."
Gebetsanliegen:
* Danken Sie, dass Heidy sich zu einem fröhlichen Kind entwickelt hat und sie auf Jesus Christus vertraut, trotz der schlimmen Ereignisse in ihrem jungen Leben.
* Beten Sie für Ambar und Juan José sowie für ihre Großeltern. Sie würden gern in eine andere Stadt ziehen, da das Weiterleben an dem Ort, wo die Eltern ihrer Enkel ermordet wurden, sehr schwer für sie ist. Es wird viel Schlechtes über die Christen am Ort geredet.
* Beten Sie für Weisheit für die Mitarbeiter im "El Hogar", wie sie den Kindern helfen und ihnen neue Hoffnung geben können.