03.02.2011
EU: Bischöfe beklagen Versagen der EU beim Schutz der Christen
Politische Streitereien, während Menschen ums Leben kommen
EU: Bischöfe beklagen Versagen der EU beim Schutz der Christen
Politische Streitereien, während Menschen ums Leben kommen
BRÜSSEL, 4. Februar 2011 (ZENIT.org <http://www.zenit.org/> ).- Die
europäischen Bischöfe beklagen das Scheitern einer gemeinsamen Erklärung des
Rates für Auswärtige Angelegenheiten der Europäischen Union zur Verurteilung
der religiöser Verfolgung und der Gewalt gegen Christen (ZENIT berichtete
<http://www.zenit.org/article-22438?l=german> ).
Am Montag trafen die 27 Außenminister der Europäischen Union zusammen, um
verstärkte Maßnahmen zur Förderung der Religionsfreiheit zu erörtern,
nachdem andere europäische Institutionen ähnliche Schritte vorgenommen
hatten.
Am 20. Januar hatte das Europäische Parlament eine 19-Punkte-Entschließung
zur Lage der Christen im Zusammenhang mit der Religionsfreiheit" und am 24.
Januar die Parlamentarische Versammlung des Europarates eine
17-Punkte-Empfehlung zur Gewalt gegen Christen im Nahen Osten"
verabschiedet.
Im ersteren wurde vom Europäischen Parlament unter den jüngsten Angriffen
auf Christen folgende besonders erwähnt: eine Serie von koordinierter
Bombenangriffe auf christliche Wohngebiete in Bagdad, Irak, am 30. Dezember
2010, bei der zwei Menschen getötet und 14 verletzt wurden, ein
Bombenangriff auf eine koptische-christliche Kirche in der ägyptischen Stadt
Alexandria am 1. Januar 2011, bei der 21 Gottesdienstbesucher getötet und 70
weitere verletzt wurden, und das Massaker in der syrisch-katholischen
Kathedrale in Bagdad am 1. November 2010, bei dem mehr als 50 Menschen um
Leben kamen.
Die Empfehlung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats erwähnt des
Weiteren einen Vorfall in Zypern an Weihnachten und hebt die Notwendigkeit
hervor, die Probleme anzugehen, die zum Verschwinden der Christen aus dieser
Region geführt haben.
Für das Treffen am Montag war vorgesehen, dass die Mitglieder des Rats der
Europäischen Union für Auswärtige Angelegenheiten über die Auswirkungen der
anti-christlichen Angriffe, wie sie in der Entschließung des Parlaments
aufgeführt sind, debattieren sollten.
Doch den Außenminister gelangt es nicht, ein gemeinsames Abkommen zu
erziehen aufgrund von internen Streitigkeiten" über einen ausdrücklichen
Verweis auf Christen als Opfer religiöser Verfolgung", berichtete die
Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE).
Insbesondere die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hätte es abgelehnt,
das Wort christlich" in der Erklärung zu verwenden, mit dem Verweis, dass
es politisch nicht korrekt sei, eine bestimmte religiöse Gruppe als Opfer
von Angriffen zu nennen.
Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte nach Treffen am Montag:
Diese Position ist ein Übermaß an Säkularismus, das der Glaubwürdigkeit
Europas schadet. Der endgültige Text sah die Erwähnung der Christen nicht
vor, als ob wir von etwas anderem redeten. Deshalb forderte ich, dass der
Text widerrufen werden sollte."
Für die europäischen Bischöfe ist diese diplomatische Unentschlossenheit
umso unverständlicher, da unschuldige Menschen in grausamen Angriffen gegen
Christen und andere Minderheiten auf der ganzen Welt ums Leben kommen."
In einer Erklärung der COMECE heißt es, dass die Bischöfe das Scheitern der
europäischen Minister, eine gemeinsame Erklärung zu unterzeichnen, sehr
bedauern".
Die Bischöfe bemerkten, dass die europäische Öffentlichkeit nach den
jüngsten Anschlägen auf Kirchen im Irak und in Ägypten bereits Kenntnis von
der besonderen Situation der Christen im Nahen Osten genommen hat."
Die Bischöfe fordern weiterhin von der Europäische Union konkrete Maßnahmen
zum Schutz der Christen: Die Verpflichtung der Europäischen Union, für
Grundrechte und Religionsfreiheit einzustehen, ist eindeutig im EU-Vertrag
und in der Charta der Grundrechte festgelegt worden und wurde in vielen
Erklärungen bekräftigt. Deshalb erwarten wir nun, dass die Europäische Union
konkrete Maßnahmen ergreifen wird, um diese allgemeinen Grundsätze in
entscheidendes politisches Handeln umzusetzen."
[Übersetzung aus dem Englischen von Iria Staat]