27.02.2011

Indien: Regierung akzeptiert Recherche über antichristliche Gewalt in Karnataka

NEU DEHLI, 28. Februar 2011 (ZENIT.org).- Als in Karnataka vor drei Jahren die Häuser von Christen brannten, war dies nur der anfagn einer Serie von Gewalttätigkeiten gegen Christen in Indien. Neben  Orissa kommt kam es auch in anderen Bundesstaaten zu Übergriffen. Was am besagten Sonntag, dem 14. September 2008 wirklich geschah, als in Mangalore, Udupi und Belthangady (Karnataka) mehrere Kirchen und christliche Einrichtungen das Ziel von Anschlägen einer fundamentalistischen Hindu-Gruppe namens „Bajrang Dal" wurde, liegt jetzt in einem Bericht vor. Dabei geht es vor allem um die Hintergründe, wurden doch Christen fälschlich bezichtigt, Konversionen von Hindus zu erzwingen. So wurden 330 falsche Anklagen gegen Christen erhoben, die bei Gerichten in Karnataka anhängig sind. Diese sollen aufgehoben werden. Der Apostolische Nuntius in Indien, Erzbischof Salvatore Pennacchio, nimmt dieses Anliegen „sehr ernst". Er will internationale Menschenrechtsorganisationen für die Kampagne gewinne.

 

Insgesamt wurden im Jahr 2008 13 christliche Zentren angegriffen, vor allem die der Pfingstler, aber auch vier katholische. Mehrere Gläubige, darunter Frauen und Kinder, wurden zusammengeschlagen; sieben Personen, darunter zwei protestantische Pastoren und eine katholische Ordensfrau, erlitten Verletzungen unterschiedlichen Ausmaßes.Insgesamt kam es zu 113 Übergriffen auf Christen in 29 Verwaltungsbezirken des Staates.

 

Die Tatsache, das 2008 unter anderem zwölf Häuser von Christen in Brand gesteckt worden waren, und es in der Nähe von Raikia zu Morden an Christen kam, ist ein traurigen Kapitel.

 

Die Gewalttaten rissen tagelang nicht ab: Kirchen brannten, Werke der Kirche gingen in Flammen aufDer Bericht des Richters Michael Saldanha wurde jetzt laut Agenturmeldungen dem Innenminister, P. Chidambaram, den Minderheitenminister Salman Khurshid und den Justizminister Veerappa Moily überreicht. Die drei indischen Regierrungsvertreter sind mit der vorgelegten Analyse einverstanden.  

 

Damit wurde die These eines im Auftrag der Regierung von Karnataka unter Leitung der Baratiya Janata Party (BJP) vom Richter B.K. Somasekhara erstellten Berichtes widerlegt, in dem die Verantwortlichkeit hinduistisch geprägter fundamentalistischer Gruppen geleugnet wurde. 

 

Ein zweiter Bericht, der im Auftrag der Nicht-Regierungs-Organisation „Catholic-Christian Secular Forum" entstand und dem Richter Michael Saldanha anvertraut wurde, deckte nach der Befragung von 3.000 Augenzeugen die Wahrheit auf und liefert eindeutige Beweise dafür, dass es sich um eine organisiert und von hinduistischen Gruppen ausgeführte Gewalt handelt, die von der Regierung des Staates dabei gedeckt wurden.

 

Joseph Dias, Vorsitzender des CSF, der den Ministern den neuen Bericht überreichte, erklärte gegenüber dem Päpstlichen Fidesdienst: „Wir freuen uns über das Treffen mit den Vertretern der Regierung, die unsere Kampagne auf der Suche nach der Wahrheit unterstützen. Wir konnten ihnen Filmaufnahmen und Zeugenberichte zeigen, erdrückende Beweise. Die Minister versprachen ein Eingreifen der Regierung: Wir werden uns in den kommenden Tagen erneut Treffen und der Regierung einen konkreten Aktionsplan vorlegen. Wir sind optimistisch, was den Erfolg unserer Kampagne anbelangt, der sich Christen und andere Minderheiten, aber auch viele hinduistische Intellektuelle und Religionsvertreter angeschlossen haben, die das Vorgehen radikaler Gruppen verurteilen".