26.03.2011

Jemen: Entführtes Ehepaar möglicherweise tot ?

Berlin/Radebeuel (idea) – Aus dem Jemen gibt es Hinweise darauf, dass die Leichen eines vor zwei Jahren entführten deutschen Ehepaars aufgefunden wurden.

Johannes und Sabine Hentschel aus Sachsen arbeiteten dort für eine christliche Hilfsorganisation in einem Krankenhaus; sie waren am 12. Juni 2009 mit ihren drei Kindern und vier anderen Christen entführt worden. Von den Eltern und ihrem damals einjährigen Sohn Simon sowie von einem britischen Ingenieur fehlt seitdem jede Spur. Drei der Opfer - zwei deutsche Krankenschwestern und eine südkoreanische Lehrerin - wurden kurz nach der Entführung erschossen aufgefunden. Die Kinder Lydia (6) und Anna (4) Hentschel konnten im Mai 2010 überraschend befreit werden und nach Deutschland zurückkehren. Das gab der Hoffnung Auftrieb, auch ihre Eltern und der Bruder könnten noch leben. Nun bemüht sich die Deutsche Botschaft gemeinsam mit den jemenitischen Behörden um die Aufklärung von Hinweisen, nach denen die Leichen des Ehepaars im Nordjemen gefunden worden seien, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes gegenüber idea. Der mutmaßliche Fundort liege jedoch in dem vom Bürgerkrieg erschütterten Teil des Landes, sodass die Aufklärung noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde.

Personen und Orte „nicht ganz unbekannt“

In der Vergangenheit seien im Internet wiederholt ähnliche Hinweise aufgetaucht, sagte der Schwager des entführten Familienvaters, Pastor Reinhard Pötschke (Radebeul bei Dresden), gegenüber idea. Die aktuellen Hinweise hätten jedoch mehr Substanz, die darin genannten Personen und Orte seien „nicht ganz unbekannt“. Die Familie nehme diese Hinweise ernst. Bei allem Glauben und allem Hoffen müsse nach einer so langen Zeit mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Die Familie bete so, wie er es auf dem Kongress christlicher Führungskräfte Ende Februar in Nürnberg berichtet habe: „Herr, wenn sie am Leben sind, gib ihnen, was sie zum Leben brauchen, und lass sie nicht den Mut verlieren. Wenn sie bei dir sind, dann lass es uns wissen.“