08.07.2012
Iran: Pastor Nadarkhani seit 1.000 Tagen in Haft
Menschenrechtler und Politiker fordern Freilassung
Menschenrechtler und Politiker in aller Welt setzen sich für die Freilassung Nadarkhanis ein. Im April hatten das Bundeskanzleramt und das Auswärtige Amt in Berlin den iranischen Botschafter, Scheich Reza Attar, einbestellt und ihm „die dringende Aufforderung“ übermittelt, dass Teheran auf die Vollstreckung des Todesurteils verzichte. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hatte sich wiederholt für Nadarkhanis Freilassung stark gemacht. Die Anschuldigungen des „Abfalls vom islamischen Glauben“ und der „Verbreitung nicht-islamischer Lehren“ rechtfertigten keine Strafe – schon gar nicht die Todesstrafe. Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), hatte den Iran zur Freilassung Nadarkhanis aufgerufen und mehrfach an die völkerrechtliche Verpflichtung erinnert, das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit zu achten. Attar bestritt jedoch, dass Nadarkhani zum Tode verurteilt sei oder ihm die Hinrichtung drohe. Das Verfahren laufe noch. Dem Pastor werde lediglich unter anderem vorgeworfen, eine ungenehmigte Hauskirche gegründet zu haben, so Attar.
Iran besorgt über Ausbreitung von Hauskirchen
Unterdessen macht sich unter führenden Muslimen im Iran Sorge über die wachsende Zahl christlicher Hauskirchengemeinden breit. Einem Bericht der christlichen iranischen Nachrichtenagentur „Mohabat News“ zufolge wollten sie deshalb die „islamische Propaganda“ in der Bevölkerung verstärken. Besonders Familien sollten nachhaltiger mit den religiösen Lehren des Islam versorgt werden. Das sei der „effektivste Weg“, um den Islam in der Gesellschaft zu verankern. Einen führenden Islamgelehrten zitiert die Agentur mit den Worten, christliche Evangelisationsversuche hingegen müssten im Iran „ausgemerzt“ werden. So wundere es nicht, so die Agentur weiter, dass die Zahl der Drohungen und Verhaftungen von Christen im Iran zunehme.
Quelle: idea