02.07.2013
Ägypten: Christen rücken zusammen
EMO: Seit der Revolution reden sie mutiger über ihren Glauben
Wiesbaden (idea) – Angesichts der unruhigen Lage in Ägypten rücken die Christen zusammen. Das berichtete der dortige Leiter der Evangeliumsgemeinschaft Mittlerer Osten (EMO), Gerald Lauche (Kairo), beim Jahresfest des Werkes am 30. Juni in Wiesbaden. Als Beispiel nannte er die Gründung des ägyptischen Kirchenrates im Februar, in dem erstmals Orthodoxe, Katholiken und Protestanten auf nationaler Ebene zusammenarbeiten. Der neue koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. wende sich offen den anderen Kirchen zu und gebe damit einen wichtigen Impuls zur Kooperation. Lauche zufolge haben die Umwälzungen in Ägypten bisher nicht zu einer Beeinträchtigung christlicher Dienste geführt. Je mehr die Regierung sich als unfähig erweise, die sozialen Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen, umso wichtiger seien die Angebote der EMO und anderer christlicher Organisationen. Das Werk unterhält in Assuan (Oberägypten) ein Krankenhaus, das im Januar sein 100-jähriges Bestehen feierte. Wie Lauche weiter sagte, sind viele Ägypter von der strengen Ausprägung des Islam, wie ihn die gegenwärtige Regierung propagiere, desillusioniert. Ein Teil der Kopten denke über eine Auswanderung nach. Lauche beobachtet aber auch, dass zahlreiche Christen nach der Revolution 2011 die Angst verloren hätten, über ihren Glauben zu sprechen. Sie seien deshalb mutiger geworden.
Parzany: Auf der Erde nicht zu gemütlich machen – Reiseziel ist der Himmel
Hauptredner des Jahrestreffens war der frühere Leiter von ProChrist, der Evangelist Ulrich Parzany (Kassel). Er mahnte die Christen, es sich nicht zu gemütlich auf der Erde zu machen. Ihr Reiseziel sei der Himmel. Doch auf dem Weg dahin hätten sie als Nachfolger Jesu Christi den Auftrag, Menschen in ihren geistlichen und sozialen Nöten zu helfen. Parzany wirkte am 29. Juni auch bei einem internationalen Begegnungsabend mit, der von der Evangelischen Allianz Wiesbaden veranstaltet wurde. Daran nahmen rund 400 Gäste aus über 20 Gemeinden deutscher und ausländischer Herkunft teil. Wie Parzany dabei sagte, haben Christen aus dem Ausland und ihre Gemeinden einen wichtigen evangelistischen Auftrag in Deutschland. Leiter der 35 Mitarbeiter zählenden EMO ist Reinhold Strähler (Wiesbaden). Das Werk, das auch Kontakte in andere arabische Länder unterhält, engagiert sich unter anderem in Verkündigung und Seelsorge, leistet medizinische und soziale Hilfe und arbeitet in Deutschland unter arabischsprachigen Bürgern.