26.03.2014
Kenia: Terrorangriff auf Kirche
Der 23. März 2014 begann für den 13-jährigen Moses Gift und seinen 12 Monate alten Bruder Santrine Osinye wie jeder andere Sonntag. Früh am Morgen stand Moses Gift auf und nahm seinen kleinen Bruder mit zur Joy Repentance and Holiness Church (Kirche der Freude und Buße) in Likoni, Mombasa. Doch diesen Sonntag stürmten mit Hauben maskierte Bewaffnete die Kirche und schossen wahllos in die Menge der Gläubigen. Vier Personen kamen bei dem Angriff ums Leben. Zwei weitere sind seither ihren Verletzungen erlegen Der kleine Santrine Osinye wurde in den Kopf getroffen. Er wurde inzwischen nach Nairobi gebracht. Die Regierung von Kenia hat sich bereit erklärt, die Kosten für eine Operation zu übernehmen, um die Kugel zu entfernen. Der 13-jährige Moses Gift erklärte mit Tränen in den Augen: „Meine Mutter ist gestorben und wir leben bei meinem Vater, der als Gelegenheitsarbeiter in der Stadt arbeitet. Weil er am Sonntag arbeitet, gehe ich seit dem Tod meiner Mutter mit meinem Bruder zum Gottesdienst“.
Bereits im letzten Jahr ist es in der Küstenregion zu mehreren Gewalttaten gegen Christen gekommen. Drei Priester wurden erschossen. Es wurden Brandanschläge gegen Kirchen verübt, für die die Christen Jihadisten verantwortlich machen. Mitte Februar wurden in der umstrittenen Masjid Musa (Moses Moschee) bei einem Polizeieinsatz zur Auflösung einer Versammlung von Jihadisten 5 Personen getötet, darunter ein Polizeibeamter, was zu einem weiteren Ansteigen der Spannungen führte. In den ärmeren Stadtteilen von Mombasa sind die Spannungen zwischen Christen und Muslimen spürbar. Muslime machen sich gegen den Bau von Kirchen in Stadtteilen mit muslimischer Mehrheit stark, während Christen den Bau von Moscheen in mehrheitlich christlichen Stadtteilen verhindern wollen. Berichte über die gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Zentralafrikanischen Republik heizen die Spannungen weiter an.
Der Angriff auf die Kirche von Likoni wurde von Vertretern beider Glaubensgemeinschaften verurteilt.
Quelle: Standardmedia, Kenia
Deutsche Zusammenfassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit (AKREF) der ÖEA