03.05.2014
Israel: Deutsche kümmern sich um Holocaust-Überlebende
Das Hilfswerk Zedakah sendet jährlich bis zu 30 Freiwillige nach Israel
Israel: Deutsche kümmern sich um Holocaust-Überlebende
Das Hilfswerk Zedakah sendet jährlich bis zu 30 Freiwillige nach Israel
Maisenbach (idea) – Mehr als 1.000 Freiwillige hat das christliche Hilfswerk Zedakah in den vergangenen 50 Jahren nach Israel entsandt. Das teilte der Vorsitzende, Hans Bayer, beim 50. Jahresfest am 1. Mai in Maisenbach (Nordschwarzwald) mit. Die meist 18 bis 30 Jahre alten Männer und Frauen sind in zwei Einrichtungen für Überlebende des Holocaust tätig. In Maalot an der Grenze zum Libanon unterhält das Werk das Altenpflegeheim „Beth Elieser“ (Gott ist Hilfe), und in Shavei Zion am Mittelmeer bietet es jährlich rund 500 Personen einen kostenlosen Kurzurlaub im Erholungsheim „Beth El“ (Haus Gottes). Jährlich werden 20 bis 30 Freiwillige für diesen Dienst gesucht, teilte Bayer mit. Hauptsächlich würden Pflegekräfte benötigt. Noch gebe es rund 180.000 Überlebende der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Auch die „zweite Generation“ brauche zunehmend Hilfe. Viele Kinder und Enkel der Holocaust-Überlebenden kämen mit Verhaltensweisen ihre Vorfahren nicht zurecht. Ein typischer Konflikt sei, dass sich die Älteren durch Kleinigkeiten an Erlebnisse aus Konzentrationslagern erinnert fühlten und mit unverständlicher Aggressivität reagierten. Die im israelischen Arbeitsministerium zuständige Referentin für ausländischen Freiwillige, Dina Lutati (Jerusalem), dankte für die Betreuung der Holocaust-Überlebenden und die Entsendung der Freiwilligen. In der Bibel würden Menschen, die Juden retten, als Gesegnete bezeichnet.
175 erfüllte Prophezeiungen für Israel
Der Schweizer Theologe und Buchautor Roger Liebi rief die rund 1.400 Besucher des Jahresfestes auf, die Erfüllung alttestamentlicher Prophezeiungen als Ansporn zu nehmen, um sich intensiver mit der christlichen Botschaft zu beschäftigen. Seit 1882 – dem Beginn der Rückkehr des in alle Welt zerstreuten jüdischen Volkes in das Heilige Land – hätten sich 175 Vorhersagen erfüllt. Dazu zählte Liebi die Gründung des Staates Israel 1948, die Wiederbelebung der hebräischen Sprache und die Aufforstung von Wüstengebieten. Dies seien Zeichen der Endzeit, die der Wiederkunft des Messias Jesus Christus vorausgingen. Der Israel-Korrespondent des Christlichen Medienverbundes KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten), Johannes Gerloff (Jerusalem), sagte, Christen sollten den Friedensschluss zwischen den palästinensischen Organisationen Fatah und Hamas nicht als Bedrohung für Israel sehen, sondern als Chance für neue Gespräche mit einem berechenbaren Gegenüber. Allerdings gebe es bisher keine Anzeichen für eine wirkliche Annäherung der verfeindeten Gruppen. Noch hätten sie nicht einmal ihre Gefangenen der jeweils anderen Seite freigelassen.