04.04.2015
Kenia: Christliche Weltverbände verurteilen Christenmorde
ÖRK und Weltallianz fordern Reaktion der internationalen Staatengemeinschaft
Kenia: Christliche Weltverbände verurteilen Christenmorde
ÖRK und Weltallianz fordern Reaktion der internationalen Staatengemeinschaft
Garissa/Colombo/Genf (idea) – Die beiden großen internationalen christlichen Dachorganisationen, der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und die Weltweite Evangelische Allianz (WEA), haben den blutigen Überfall der somalischen Terrormiliz El Shabab (Die Jugend) auf eine Universität im Nordosten Kenias scharf verurteilt und Konsequenzen gefordert. Die radikal-islamischen Kämpfer hatten am 2. April die Universität von Garissa gestürmt und gezielt Christen erschossen. Ein Sprecher der Terrorgruppe nannte den Anschlag eine „heilige Operation“. Dabei wurden nach Angaben der kenianischen Behörden 148 Menschen getötet, darunter sechs Sicherheitskräfte. 79 Personen wurden verletzt; 587 Studenten konnten gerettet werden. Inzwischen sind fünf Tatverdächtige festgenommen worden; unter ihnen soll sich ein Weißer befinden.
ÖRK: „Gewissenlose Tat“
ÖRK-Generalsekretär Olaf Fykse Tveit (Genf) rief die kenianischen Behörden und die Staatengemeinschaft auf, die Verantwortlichen für diese „gewissenlose Tat“ zur Rechenschaft zu ziehen und alles zu tun, um künftige Anschläge zu verhindern. Tveit verwies auf die Osterbotschaft: „Letztlich werden der Tod und das Böse nicht triumphieren.“ Weltweit dächten die Christen in dieser Zeit sowohl an das Leiden und Sterben und Auferstehen Jesu Christi wie auch an die Tötung so vieler junger Männer und Frauen in Kenia.
WEA: Den Terrorismus überall bekämpfen
Der Direktor der WEA-Kommission für Religionsfreiheit, Godfrey Yogarajah (Colombo/Sri Lanka), verurteilte ebenfalls „das feige, sinnlose, unmenschliche und gezielte Töten“ unschuldiger christlicher Studenten. Die tiefe Trauer um die Opfer verpflichte dazu, den Terrorismus nicht nur in Afrika und dem Nahen Osten, sondern überall zu besiegen. Man dürfe den gewalttätigen Extremismus nicht eingrenzen. Al Shabab, das Terrornetzwerk El Kaida, der „Islamische Staat“ und „Boko Haram“ (Westliche Bildung ist Sünde) operierten über Ländergrenzen hinweg und schlössen sich zunehmend zusammen. Yogarajah: „Ein Schritt in die richtige Richtung wäre es, wenn die Staatengemeinschaft zusammenarbeitete, um Frieden und Stabilität in allen vom Terrorismus betroffenen Regionen zu erreichen, und den Regierungen helfen würde, diese Gruppen zu bekämpfen.“ Der ÖRK umfasst 345 protestantische, orthodoxe und anglikanische Kirchen mit mehr als 500 Millionen Mitgliedern. Die WEA repräsentiert über 600 Millionen Evangelikale in 128 Ländern.
El Shabab hat 7.000 Kämpfer
Die schätzungsweise 7.000 Kämpfer zählende Shabab-Miliz, die zum Terrornetzwerk El Kaida gehört, will Somalia von Christen „säubern“ und verübt auch Anschläge in ostafrikanischen Ländern wie Kenia. Unter anderem überfiel sie am 21. September 2013 ein Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi; dabei wurden 67 Menschen getötet und 175 verletzt. Kenia hat Truppen zur Bekämpfung von El Shabab ins Nachbarland Somalia entsandt. Von den etwa 44 Millionen Einwohnern Kenias sind 83 Prozent Christen, acht Prozent Muslime und sieben Prozent Anhänger von Naturreligionen. Der Rest gehört anderen Religionen an. Von den 10,5 Millionen Einwohnern Somalias sind 99,7 Prozent Muslime und 0,3 Prozent Christen, die sich im Untergrund versammeln.