01.03.2018
Deutschland: Muslimischer Messerstecher bekam lebenslange Haft
Der Palästinenser wollte in Hamburg möglichst viele Christen töten
Deutschland: Muslimischer Messerstecher bekam lebenslange Haft
Der Palästinenser wollte in Hamburg möglichst viele Christen töten
Hamburg (idea) – Der Palästinenser Ahmad A., der im Juli 2017 in Hamburg einen Mann getötet und sechs Personen schwer verletzt hat, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Weil das Gericht eine „besondere Schwere der Schuld“ feststellte, ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren sehr unwahrscheinlich. Das bestätigte der Sprecher des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg, Kai Wantzen, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Der 27-jährige Angeklagte hatte gestanden, am 28. Juli 2017 in einem Supermarkt in Hamburg-Barmbek seine Opfer aus religiösen Gründen angegriffen zu haben. Seine Tat habe ein Beitrag zum weltweiten Dschihad (Heiliger Krieg der Muslime gegen „Ungläubige“) sein sollen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er möglichst viele hellhäutige Christen töten wollte. Er habe die Tat „heimtückisch und aus niederen Beweggründen“ begangen, weil er seine Opfer „wahllos und stellvertretend zur Vergeltung des aus seiner Sicht Menschen islamischen Glaubens weltweit zugefügten Unrechts“ ausgesucht habe. Dabei sei er von der Propaganda der Terrororganisation „Islamischer Staat“ motiviert gewesen. Eine Mitgliedschaft in der Organisation konnte aber nicht nachgewiesen werden.
Der Attentäter hat sich in Deutschland „nicht willkommen“ gefühlt
Der konkrete Anlass für die Tat war nach Aussage des Angeklagten der seinerzeit eskalierende Konflikt zwischen Muslimen und israelischen Sicherheitskräften um den Tempelberg in Jerusalem. Ahmad A. habe die von israelischer Seite veranlassten Zugangsbeschränkungen zur Al-Aksa-Moschee als „ungerecht und unerträglich“ empfunden. Auch Deutschland habe er dafür mitverantwortlich gemacht. Daher sollten deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens gleichsam als „Sühne“ sterben. Nach eigener Aussage ist Ahmad A. 2009 aus dem Gazastreifen nach Europa gekommen, um ein besseres Leben zu führen und eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Bis 2016 seien Asylanträge in Norwegen, Spanien, Schweden und Deutschland abgelehnt worden. Er habe den Eindruck bekommen, „nicht willkommen“ zu sein. Laut Aussage eines Kriminalbeamten, der den Attentäter vernommen hat, war A. „sehr stolz“ auf seine Tat und „hätte gerne mehr getötet“.