01.04.2025
USA: USCIRF legt ihren Jahresbericht 2025 vor
US-Kommission kritisiert Verletzung der Religionsfreiheit in Nicaragua
Washington (IDEA) – Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF/Washington) kritisiert die anhaltende Verletzung der Religionsfreiheit in Nicaragua. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den die Kommission Ende März vorgelegt hat. Das sozialistische Regime des Präsidenten Daniel Ortega und seiner Ehefrau Rosario Murillo versuche zunehmend, jede Kritik an seiner Politik zu unterdrücken, heißt es in dem Bericht. Deshalb habe es zahlreiche Priester der katholischen Kirche schikaniert, verhaftet oder des Landes verwiesen. Mit Einschüchterung und Manipulation gehe die Regierung auch gegen andere christliche Kirchen im Land vor. So habe sie die Leitung der protestantischen Moravian Church (Mährische Kirche) ins Exil gezwungen. Außerdem habe sie Mitarbeiter des US-Missionswerks „Mountain Gateway“ (Tor zum Gebirge) verhaften lassen, obwohl die Organisation traditionell gute Beziehungen zur Regierung unterhalten habe. Darüber hinaus habe das Regime gewaltsame Angriffe auf Gotteshäuser zugelassen, darunter etwa einen Brandanschlag auf das 400 Jahre alte Kruzifix in der katholischen „Kapelle des Blutes Christi“ in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua. Weiter heißt es in dem Bericht, die Religionsgemeinschaften des Landes zeigten bisher eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit angesichts solcher Bedrohungen. „Ihre Mitglieder treffen sich diskret – manchmal mitten in der Nacht –, um ihre Religions- und Glaubensfreiheit auszuüben. Sie leisten einander weiterhin Hilfe und erfüllen gleichzeitig die spirituellen Bedürfnisse der Gemeinschaft, obwohl die nicaraguanische Regierung jede dieser bescheidenen Handlungen als verwerflich ansieht.“ Von den 6,9 Millionen Einwohnern Nicaraguas gehören 50 Prozent der katholischen Kirche und rund 33 Prozent protestantischen Kirchen an.
Handlungsempfehlungen für das US-Außenministerium
Als weitere Länder, in denen die Regierungen schwerwiegende Verletzungen der Religionsfreiheit begehen oder dulden, nennt der Bericht Afghanistan, Algerien, Aserbaidschan, China, Eritrea, Indien, Indonesien, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Kuba, Malaysia, Myanmar, Nigeria, Nordkorea, Pakistan, Russland, Saudi Arabien, Sri Lanka, Syrien, Tadschikistan, Turkmenistan, die Türkei und Usbekistan. Die Kommission veröffentlicht seit 2000 eine solche Liste und gibt dem US-Außenministerium Handlungsempfehlungen. Dazu gehört u.a., bei diplomatischen Kontakten verstärkt den Schutz der Religionsfreiheit einzufordern.
siehe auch AKREF vom 27.3.25