03.04.2025
Deutschland: Zahl der Abtreibungen bleibt auf hohem Niveau
2024 gab es einen Zuwachs um 0,2 Prozent auf 106.455
Wiesbaden (IDEA) – Die Zahl der Kindestötungen im Mutterleib bleibt in Deutschland auf hohem Niveau: Im Jahr 2024 wurden 106.455 Abtreibungen gemeldet. Diese Zahl gab das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) am 3. April bekannt. Das ist ein Zuwachs um 0,2 Prozent gegenüber 2023 (106.218). Im vergangenen Jahr waren 69 Prozent der Frauen bei ihrer Abtreibung zwischen 18 und 34 Jahre alt, 20 Prozent zwischen 35 und 39 Jahre und neun Prozent 40 Jahre und älter. Der Anteil der unter 18-Jährigen lag bei drei Prozent. 43 Prozent der gemeldeten Abtreibungen wurden an Frauen durchgeführt, die noch keine Kinder hatten. 96 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Eine Beratung ist in Deutschland vor einer Abtreibung gemäß Paragraf 218 Strafgesetzbuch vorgeschrieben. Frauen erhalten danach einen Beratungsschein, der Voraussetzung für eine rechtswidrige, aber in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen straffreie Abtreibung ist. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in vier Prozent der Fälle der Grund. Die Abtreibungen erfolgten überwiegend ambulant – rund 85 Prozent in gynäkologischen Praxen und 13 Prozent in Krankenhäusern.
Deutlicher Anstieg im Zehnjahresvergleich
Im Vergleich zum Jahr 2014 (99.700) war die Zahl der Abtreibungen im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent höher. Vor dem Hintergrund, dass es seit Jahren immer weniger Frauen im gebärfähigen Alter (15 bis 49 Jahre) gibt, ist die Entwicklung jedoch noch dramatischer: 2014 wurden 56 Abtreibungen auf 10.000 Frauen registriert, 2024 waren es schon 62. Das entspricht einem Anstieg von 10,7 Prozent. Im Zehnjahresvergleich ist auch eine deutliche Zunahme von Abtreibungen bei Frauen über 30 zu beobachten: 30 bis 34 Jahre (+12,8 Prozent), 35 bis 39 Jahre (+31,2 Prozent) und 40 bis 44 Jahre (+23,2 Prozent). Dagegen sank die Zahl der Abtreibungen bei jungen Frauen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren (-13,8 Prozent) sowie zwischen 20 und 25 (-8,3 Prozent). Das Statistische Bundesamt führt diese Verschiebung auf den demografischen Wandel in den jeweiligen Altersgruppen zurück.