06.08.2025
Israel: Geiselbruder zu Vereinten Nationen -"Ihr Schweigen ist Komplizenschaft"
Auf Antrag Israels befasst sich der UN-Sicherheitsrat mit den Geiseln. Bei der Sitzung kommt der Bruder der Geisel Evjatar David zu Wort.
(Von Israelnetz, 6. August 2025) NEW YORK (inn) – Der Bruder der Geisel Evjatar David hat bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates Vorwürfe gegen die Vereinten Nationen erhoben. Die Terror-Organisation Hamas verwende Hunger als Waffe gegen die Geiseln im Gazastreifen, sagte Ilai David am Dienstag per Videoschalte. Dennoch äußere sich die Länderorganisation nicht dazu. „Ihr Schweigen angesichts dieser monströsen Grausamkeit ist Komplizenschaft. Ich flehe Sie an: Lassen Sie sie nicht sterben.“
Die Sitzung hat Israel einberufen, um die Lage der Geiseln zu diskutieren. Vor wenigen Tagen hatte die Hamas Propagandavideos der Geiseln Evjatar David und Rom Braslavski veröffentlicht. Beide sehen darauf extrem ausgehungert aus. David musste vor laufender Kamera sein eigenes Grab schaufeln.
Ilai David betonte, er und seine Mutter hätten nicht die Kraft aufgebracht, das Video anzusehen – lediglich ein Standbild davon. Sein Vater und seine Schwester hätten es sich angesehen, und nun quälten sie die Bilder. „Mein Vater kann nicht schlafen und meine Mutter hat nicht aufgehört zu weinen.“
Vorwürfe gegen Medien
Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung) war bei der Sitzung vor Ort in New York. Auch er erhob Vorwürfe gegen die Vereinten Nationen. Generalsekretär António Guterres habe seit Veröffentlichung der Videos kein Wort darüber verloren. „Dabei sehen wir alle seine endlosen und obsessiven Tweets gegen Israel“, sagte er über den Portugiesen.
Sa’ar prangerte auch die Berichterstattung der großen Medienhäuser an. So habe die „New York Times“ kein Bild von David gezeigt. Zuvor hatte die amerikanische Zeitung ein Bild von einem palästinensischen Kind als Opfer der Hungerkrise auf der Titelseite abgedruckt. Erst später gaben die Redakteure zu, dass das Erscheinungsbild des Kindes auf eine Krankheit zurückzuführen ist.
Ich fordere die internationalen Medien auf: Bringen Sie Evjatar und Rom auf die Titelseiten!“, sagte Sa’ar weiter. „Ist das keine Nachricht wert? Wir werden Zeugen einer verkehrten Welt.“
Warnung an Weltgemeinschaft
Indes wies Sa’ar die Auffassung zurück, Israel trage Verantwortung für den Hunger in Gaza. „Israel hat große Mengen an Hilfen nach Gaza gebracht. Das ist in der Geschichte der Kriege nie dagewesen. Dennoch wird Israel der Aushungerung beschuldigt.“
Weiter warnte Sa’ar die Weltgemeinschaft, dass die Entführung von Zivilisten durch Terroristen nicht nur ein Problem Israels sei. Die Hamas ziele damit darauf ab, im Gazastreifen an der Macht zu bleiben. Doch so ein Vorgehen dürfe sich für die Terroristen nicht lohnen. „Heute ist es Israel. Morgen sind Sie es.“
UN: Keine militärische Lösung
Der stellvertretende UN-Generalsekretär Miroslav Jenča versicherte Ilai David, dass die Vereinten Nationen den Schmerz wahrnähmen. „Ich teile ihren dringendsten Wunsch: Dass Ihr Bruder, alle Geiseln, die im Gazastreifen gehalten werden, sofort und bedingungslos freikommen.“
Indes gebe es keine militärische Lösung für den Konflikt im Gazastreifen. Daher seien Berichte alarmierend, denen zufolge Israel die Militäroperationen ausweiten wolle. Jenča warf Israel vor, Hilfslieferungen zu begrenzen. Israel müsse schnelle und ungehinderte Lieferungen zulassen.