08.08.2025

Syrien: Menschenrechtler weisen auf Schicksal syrischer Christen hin

Bürgermeister in Haft

(Von epd/ 8. August 2025 aus israelnetz.com) MÜNCHEN / GÖTTINGEN (epd) – Menschenrechtler haben auf die anhaltende Bedrohung für Christen und andere Minderheiten in Syrien sowie die fehlende Rechtsstaatlichkeit unter dem neuen Regime aufmerksam gemacht. Als Einzelfall hatte die internationale Menschenrechtsorganisation „Christian Solidarity International“ (CSI) an das Schicksal des syrischen Christen Suleiman Khalil erinnert. Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen bestätigte am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd) die Festnahme des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt Sadad.

Darüber sei im Juni in arabischsprachigen Portalen berichtet worden, teilte die Göttinger Organisation mit. Über die Gründe sei nichts bekannt. Seine Tochter Natalie habe bereits mehrfach an die internationale Gemeinschaft appelliert, sich für die Freilassung ihres Vaters einzusetzen.

„Christian Solidarity International“ hatte am Dienstag die deutsche Bundesregierung aufgefordert, sich für die sofortige Freilassung von Suleiman Khalil einzusetzen. Der 51-Jährige werde seit Anfang Februar vom syrischen Regime ohne Angabe von Gründen festgehalten. Er befinde sich in Isolationshaft und erhalte keine anwaltliche Vertretung.

Nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg hatte eine Rebellenkoalition unter Führung der islamistischen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) das diktatorische Regime des Präsidenten Baschar al-Assad gestürzt. Ende Januar wurde HTS-Anführer Ahmed al-Schara’a zum Interimspräsidenten ernannt.

Vermutung: Engagement gegen Islamisten als Grund

Es werde vermutet, dass Khalils Festnahme mit seinem Engagement gegen radikale Islamisten zusammenhängt, erklärte Kamal Sido, Referent für ethnische, religiöse, sprachliche Minderheiten und Nationalitäten der Gesellschaft für bedrohte Völker. Die Region zwischen Homs und Damaskus an der libanesischen Grenze gelte als strategisch wichtig.

Khalil soll eine wichtige Rolle im Abwehrkampf der Stadt gegen die Islamisten gespielt haben. Im Jahr 2010 lebten in Sadad den Angaben zufolge noch etwa 4.000 Menschen.

Khalil sei 2011 zum Bürgermeister der zwischen Damaskus und Homs gelegenen mehrheitlich christlichen Stadt Sadad gewählt worden und habe sich zudem maßgeblich für den Erhalt ihres antiken christlichen Erbes eingesetzt, fügte CSI hinzu. Die Menschenrechtsorganisation habe eine Petition an Armin Laschet (CDU) gestartet, den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag.