09.07.2025
Israel: Scheichs von Hebron wollen Frieden mit Israel
Fünf Klanführer aus Hebron wollen Israel als jüdischen Staat anerkennen. Sie werfen der Autonomiebehörde Terrorunterstützung vor.
HEBRON (inn) – Fünf Scheichs von Hebron haben sich dafür ausgesprochen, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen und Frieden mit ihm zu schließen. Zu diesem Zweck wollen sie die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) verlassen, ein Emirat von Hebron gründen und sich den Abraham-Abkommen anschließen. Über einen entsprechenden Brief an den israelischen Wirtschaftsminister Nir Barkat berichtete das „Wall Street Journal“ am Samstag.
Zu den Unterzeichnern gehört Scheich Wadi al-Dscharabi, laut dem Bericht Anführer des einflussreichsten Klans in Hebron. Er betonte: „Wir wollen Zusammenarbeit mit Israel.“ In dem Brief schlagen die Scheichs einen Zeitplan für Verhandlungen vor. Ziel sei eine „anständige Vereinbarung“, um die Oslo-Abkommen aus den 1990er Jahren zu ersetzen. Diese Abkommen „haben die korrupte Palästinensische Autonomiebehörde über uns gebracht statt der Anerkennung der lokalen und authentischen Führung“.
In ihrem Brief betonen die Scheichs weiter, es gebe „null Toleranz“ für Terrorismus. Dabei kritisierten sie die Autonomiebehörde, die Terroristen für ihre Taten finanziell belohne.
Hoffnung auf Arbeit in Israel
Barkat hatte bereits im Mai bei einer Konferenz der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ von der Möglichkeit gesprochen, mit lokalen Klans zusammenzuarbeiten. Gemäß dem „Wall Street Journal“ traf sich der Likud-Politiker seit Februar mehr als ein dutzend Mal mit den Klanführern in seinem Zuhause.
Ein zentrales Element des vorgeschlagenen Plans sind Arbeitsgenehmigungen für Israel. Anfänglich sollen tausend Arbeiter aus Hebron in Israel arbeiten dürfen; nach dieser Probezeit soll die Zahl stufenweise auf mehr als 50.000 steigen. Infolge des Terrormassakers vom 7. Oktober hatte Israel die meisten Arbeitsgenehmigungen gestrichen. (df)