29.07.2025
Malediven: IGFM kritisiert Menschenrechtslage
Im Touristenparadies sind Kirchen verboten
Frankfurt am Main (IDEA) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) hat die Menschenrechtslage auf den Malediven kritisiert. Anlass war der 60. Jahrestag der Unabhängigkeit des islamischen Inselstaates von Großbritannien am 26. Juli. Während der Islam Staatsreligion sei, gebe es keine Religionsfreiheit, und Menschenrechtsaktivisten würden bedroht, heißt es in der Pressemitteilung dazu. „Besonders verurteilt die IGFM die Verhängung von Scharia-Strafen wie Steinigung und Auspeitschen.“ Kirchen und andere nichtmuslimische Gotteshäuser seien verboten. Das 1994 erlassene Gesetz zum Schutz der religiösen Einheit schränke die Religionsfreiheit im Land ein, stelle den Islam unter staatliche Kontrolle und unterdrücke die Ausübung und Verbreitung nichtmuslimischer Religionen. Nicht-Muslimen werde die Staatsbürgerschaft verwehrt. Ein Glaubensübertritt bedeute für Konvertiten den Verlust ihrer Staatsbürgerschaft und das damit verbundene Wahlrecht. Einheimische, die sich im Ausland haben taufen lassen, erwarte bei ihrer Rückkehr Strafen oder Drohungen. Meinungs- und Gedankenfreiheit gelte nur, wenn „nicht gegen die Grundsätze des Islam verstoßen“ werde. Menschenrechtsaktivisten würden auf den Malediven bedroht, verfolgt und auch ermordet. Vorstandssprecher Valerio Krüger verwies in diesem Zuge darauf, dass die Regierung der Malediven erst 2019 ihre Bemühungen, für eine stabile Demokratie, eine verantwortungsvolle Regierungsführung und die Achtung der Menschenrechte zu sorgen, bestätigt habe. Die IGFM erinnerte Präsidenten Mohamed Muizzu im Rahmen des Jubiläums an diese Zusage und forderte ihn zur Achtung der Menschenrechte und Zulassung der Religionsfreiheit sowie den Bau von Kirchen und Hindu-Tempeln auf. Von den rund 600.000 Einwohnern der Malediven sind 98,7 Prozent Muslime, 0,7 Prozent Hinduisten, 0,3 Prozent Christen und ebenso viele Buddhisten.