31.07.2025
Indien: Zwei katholische Nonnen festgenommen
Aufrührer erhoben den Vorwurf, dass sie Zwangsbekehrungen betreiben würden
Neu-Delhi (IDEA) – In Indien haben Polizeibeamte zwei katholische Nonnen verhaftet. Sie warfen ihnen vor, Menschenhandel und Zwangskonversion zu betreiben. Das berichtet die katholische Nachrichtenplattform Crux. Die beiden Frauen, Schwester Preeti Mary und Schwester Vandana Francis von dem syro-malabarischen „Assisi-Orden der unbefleckten Maria“, wurden am Bahnhof der Großstadt Durg (Bundesstaat Chhattisgarh) festgenommen. Sie waren mit drei jungen Frauen im Alter zwischen 18 und 19 auf dem Weg zu einem kirchlichen Krankenhaus im rund 1.000 Kilometer entfernten in Agra (Bundesstaat Uttar Pradesh). Dort hatten die Mädchen eine Aussicht auf Arbeit. Zu dem Vorfall kam es, als die drei Mädchen keine Fahrkarten vorweisen konnten. Während der Befragung gaben die sie an, mit den Nonnen zusammenarbeiten zu wollen. Daraufhin informierte der Bahnmitarbeiter Angehörige der Bajrang Dal, einer hinduistische militanten Organisation. Sie organisierte sofort einen Aufstand gegen die Nonnen und informierten die Polizei. Trotz einer schriftlichen Einwilligung der Eltern, in der sie der Arbeit bei den Nonnen zustimmten und erklärten, dass ihre Töchter Christinnen seien, sprachen die Hinduisten-Anführer von einem Fall der „Zwangsbekehrung“. Die Mädchen und die Nonnen mussten den Zug verlassen und die Polizei brachte sie zur Befragung auf die Polizeiwache.
Kirchenführer und Politiker sind entsetzt
Kirchenführer und Politiker reagierten entsetzt über den Vorfall. Indiens katholische Bischofskonferenz äußerte sich in einer Erklärung empört und tief besorgt über die Verhaftung der Ordensfrauen. Es sei „einer von vielen in den vergangenen Monaten, bei denen Ordensfrauen Schikanen, falschen Anschuldigungen und erfundenen Vergehen ausgesetzt“ gewesen seien. Auch der frühere katholische Erzbischof von Bombay, Kardinal Oswald Gracias, verurteilte die Übergriffe: „Unsere Ordensfrauen wurden belästigt, respektlos behandelt und belästigt. So behandelt man Frauen nicht.“ Solche Vorfälle schädigten das Ansehen der Nation. Er wies weiter darauf hin, „dass solche Vorfälle zunehmen“: „Ich empfinde Mitgefühl für die Nonnen und bin überzeugt, dass sie nichts Ungesetzliches getan haben“, sagte er gegenüber Crux. Er kenne diese Nonnen aus Agra. Sie leisten hervorragende Dienste für die Gesellschaft. Das Parlamentsmitglied und Generalsekretär des „All India Congress Committee“ (AICC), K.C. Venugopal, bezeichnete die Vorwürfe gegen die Nonnen als frei erfunden und forderte ihre Freilassung. Es sei der jüngste Vorfall in einer langen Reihe von Verfolgungen von Minderheiten in den von der hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) regierten Bundesstaaten Nordindiens. Das AICC ist das aus über 1.000 Politikern bestehende zentrale Entscheidungsgremium im Indischen Nationalkongress. Venugopal erklärte gegenüber lokalen Reportern, er habe Chhattisgarhs Ministerpräsident Bhupesh Baghel und dem Unions-Innenminister Amit Shah den scharfen Protest des Kongresses gegen die Willkür der Landespolizei übermittelt. Von den etwa 1,4 Milliarden Einwohnern Indiens sind 72 Prozent Hindus, 14 Prozent Muslime und fünf Prozent Christen. Der Rest gehört kleineren Religionsgemeinschaften an. Die Gewalt und Vorwürfe gegen Christen haben seit der Machtübernahme der hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (Indische Volkspartei/BJP) mit Premierminister Narendra Modi zugenommen. Seither mehren sich Diskriminierungen und Übergriffe auf Christen. Sie werden vielfach als unerwünschte Fremde angesehen.