25.06.2025
Nicaragua: Gebetstag für die Kirche inmitten anhaltender Verfolgung
International Christian Concern - Die Konferenz der Katholischen Bischöfe der Vereinigten Staaten (USCCB) hat Mittwoch, den 25. Juni, zu einem besonderen Gebetstag für die Kirche in Nicaragua erklärt. Seitdem die katholische Kirche im Jahr 2018 protestierenden Studenten Schutz gewährt hat, steht sie unter ständigem Druck des Ortega-Murillo-Regimes, das alle Formen politischer und ziviler Meinungsverschiedenheiten ausschalten will.
Während das protestantische Christentum in Nicaragua in den letzten Jahrzehnten an Popularität stark zugenommen hat, bleibt die katholische Kirche eine wichtige Institution im Land, und mehr als 30 % der Bevölkerung bezeichnen sich selbst als katholisch.
Das Ortega-Murillo-Regime hat die katholische Kirche in Nicaragua seit 2018 aggressiv ins Visier genommen, als einige Kirchen beschlossen, protestierende Studenten vor Polizeigewalt zu schützen. Die Kirche, die als organisierte Kraft und als Bedrohung für die totale Kontrolle des Präsidenten über das Land angesehen wird, sah sich einer unerbittlichen Flut von rechtlichen Anfechtungen ausgesetzt und musste mit ansehen, wie viele ihrer führenden Vertreter inhaftiert oder ins Exil geschickt wurden.
Unter der Führung der Co-Präsidenten Daniel Ortega und Rosario Murillo hat die sandinistische Regierung Nicaraguas in den letzten Jahren Hunderte von Priestern, Pastoren und anderen religiösen Persönlichkeiten ins Exil verbannt und viele Gemeinden ohne Führung zurückgelassen.
Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) veröffentlichte Anfang des Jahres einen Bericht, in dem sie den Zustand der Religionsfreiheit in Nicaragua als katastrophal bezeichnete und das US-Außenministerium aufforderte, Nicaragua weiterhin als besonders besorgniserregendes Land (Country of Particular Concern, CPC) einzustufen.
Das US-Außenministerium hat Nicaragua im Jahr 2019 auf die Sonderbeobachtungsliste für Länder mit besonders schweren Verstößen gegen die Religionsfreiheit gesetzt - eine Einstufung, die bis 2022 galt, als das Land auf die CPC-Liste gesetzt wurde. Die letztgenannte Einstufung deutet auf eine erhöhte Besorgnis über den Zustand der Religionsfreiheit in Nicaragua hin und zieht normalerweise bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Konsequenzen in Form von Sanktionen nach sich.
In ihrem Versuch, die Kirche zu kontrollieren, hat die nicaraguanische Regierung auf „willkürliche Verhaftungen, Inhaftierungen und Verbannungen von religiösen Führern und Anhängern, die Aufhebung des rechtlichen Status religiöser Organisationen und die Schikanierung und Einschüchterung von Gläubigen“ zurückgegriffen, heißt es in dem jüngsten Bericht der USCIRF.
„Das Ortega-Murillo-Regime“, so heißt es in dem Bericht weiter, „schikanierte auch religiöse Führer und Gläubige durch Drohungen, auffällige Überwachung von Gottesdiensten und Vandalismus, unter anderem gegen Mitglieder der überwiegend indigenen Moravian Church.“
Nicaragua zog sich im Februar aus dem UN-Menschenrechtsrat zurück, wenige Tage nachdem eine Gruppe von UN-Experten einen scharf formulierten Bericht veröffentlicht hatte, in dem das Land für sein systematisches Vorgehen gegen die Menschenrechte, demokratische Normen und religiöse Gruppen gerügt wurde.
Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org
Aus dem Englischen übersetzt und überarbeitet von AKREF