26.03.2025
Pakistan: Historisches Urteil annulliert Zwangsheirat von Shahida Bibi
IIRF-D/ICC/Tübingen/26.03.25 - Ein Zivilgericht in der pakistanischen Provinz Punjab hat in einem historischen Urteil die Zwangsverheiratung von Shahida Bibi, einem christlichen Mädchen, das im Alter von 11 Jahren entführt wurde und jahrelang Nötigungen und Missbrauch ausgesetzt war, für nichtig erklärt.
International Christian Concern (ICC) lobt diese Entscheidung als seltenen Erfolg im Kampf gegen die Welle von Zwangskonvertierungen und -verheiratungen, von denen die christliche Minderheit Pakistans geplagt wird, und würdigt den außerordentlichen Mut der Richter, die extremistischen Drohungen getrotzt haben, um Gerechtigkeit zu schaffen.
Shahidas Alptraum begann vor mehr als einem Jahrzehnt, als ihre Mutter mit einem muslimischen Mann durchbrannte, der die 11-Jährige dann seinem Bruder übergab. Nach Jahren der Gefangenschaft und der Geburt zweier Kinder wurde Shahida mit 18 Jahren in eine islamische Ehe gezwungen - ein kalkulierter Schachzug, um die pakistanischen Gesetze zur Kinderheirat zu umgehen. Mit Unterstützung von ADF International und befreundeten Anwälten erreichte ihr Fall das Gericht im Punjab, das nicht nur die Ehe aufhob, sondern auch ihre offizielle Identität als Christin wiederherstellte und ihr die Wiedervereinigung mit ihrer Familie ermöglichte. In einem Land, in dem jährlich schätzungsweise 1.000 christliche und hinduistische Mädchen ein ähnliches Schicksal erleiden, gibt dieses Ergebnis Anlass zur Hoffnung.
Die rund 4 Millionen Christen in Pakistan - etwa 2 % der 240 Millionen Einwohner - sind einer unerbittlichen Verfolgung ausgesetzt, die häufig durch die Untätigkeit der Justiz und den Missbrauch der Blasphemiegesetze noch verschärft wird. Gerichte haben in der Regel solche Zwangsehen gemäß der Scharia bestätigt und weltliche Schutzbestimmungen ignoriert, wie in Fällen wie Huma Younus, die 2020 im Alter von 14 Jahren entführt wurde. Dieses Urteil markiert jedoch eine gravierende Veränderung. Es wurde von Richtern gefällt, die ihr Leben in einem Land riskieren, in dem Fundamentalisten die Justiz ins Visier genommen haben, weil sie sich ihrer Agenda widersetzt haben.
„Dies ist ein entscheidender Moment für Pakistans Christen“, sagte ICC-Präsident Jeff King. „Die Geschichte von Shahida Bibi - von der Entführung im Alter von 11 Jahren bis zur Freiheit nach jahrelangen Qualen - macht die Brutalität deutlich, der diese Mädchen ausgesetzt sind. Der ICC applaudiert dem Gericht im Punjab und seinen furchtlosen Richtern, die sich in die Schusslinie der Radikalen begeben haben, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Dies könnte einen echten Wandel für eine Gemeinschaft auslösen, die nach Schutz schreit.“
Der ICC fordert die pakistanische Regierung auf, diese Richter zu schützen und die Gesetze zum Schutz religiöser Minderheiten durchzusetzen, und fordert die internationale Gemeinschaft auf, auf grundlegende Reformen zu drängen, um diese Krise zu beenden. „Ein Sieg löscht nicht den jahrzehntelangen Schmerz aus“, so King, “aber er ist ein Riss in der Mauer der Straflosigkeit.“
Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org
Aus dem Englischen übersetzt und überarbeitet von AKREF