27.03.2025

Sri Lanka: Schwierige Erfahrungen für Konvertitin während des Ramadan

Wie eine junge Christin die Ablehnung ihrer Eltern überwindet

(Open Doors, Kelkheim) – Am kommenden Sonntag endet weltweit der muslimische Fastenmonat Ramadan. Für die 24-jährige Sharifa* aus Sri Lanka ist diese Zeit jedes Jahr mit besonderen Herausforderungen verknüpft. Denn weil sie als Einzige in ihrer Familie Jesus nachfolgt, ist sie während dieses Monats besonders hohem Druck ausgesetzt – vor allem von ihren eigenen Eltern.

Entscheidung gegen die Verbitterung

Sharifa und ihre Mutter trafen beide im Jahr 2018 die Entscheidung, Christen zu werden. Doch die Mutter kehrte während des Ramadan 2021 zum Islam zurück. Seitdem ist Sharifa als einzige Christin in der Familie immer stärker isoliert. Die Abkehr ihrer Mutter von Jesus machte Sharifa sehr zu schaffen. Zusätzlich dazu zwang ihr Vater sie, während des Ramadan islamische Rituale durchzuführen.

„Er weckte mich jeden Tag um 3 Uhr morgens auf und zwang mich, am gemeinsamen Essen und den [islamischen] Gebeten teilzunehmen. Er sagte mir, ich solle so wie sie fünfmal am Tag beten, und er zwang mich, ein Kopftuch zu tragen. Da er wusste, dass ich mich dagegen sträubte, sagte er mir, ich solle an diesen Tagen richtig fasten, und erst dann dürfe ich in die Kirche gehen“, so Sharifa.

Das Verhalten ihres Vaters verletzte sie tief und machte sie zornig. Doch statt diesen Gefühlen Raum zu geben, wollte sie die Zeit nutzen, um Jesus näherzukommen: „Ich beschloss, 14 Tage lang zu fasten und mir Zeit zum Gebet zu nehmen“, erklärte Sharifa.

Am Ende des Ramadan forderten Sharifas Eltern sie auf, sich zwischen Islam und dem christlichen Glauben zu entscheiden. „Sie sagten mir, dass sie mich nicht als ihr Kind behandeln würden, wenn ich weiterhin Christin sei. Ich betete noch drei Tage lang und sagte ihnen dann, dass ich weiterhin dem Herrn folgen werde“, so Sharifa.

Das Böse mit Gutem überwinden

Ihre Eltern machten die Drohung wahr: „Kürzlich hörte ich, wie meine Mutter jemandem am Telefon sagte, ich gehöre nicht zu ihrer Familie, weil ich Christin bin“, sagt Sharifa traurig. Diese Ablehnung zeigt sich in vielen alltäglichen Situationen. „An manchen Tagen essen sie beide, und für mich bleibt nichts mehr zu essen übrig“, so Sharifa weiter. „Meine Mutter holt meine Wäsche aus der Waschmaschine und wäscht nur ihre Wäsche.“ Immer wieder hört sie auch Aussagen wie: „Du wirst es wegen deiner Religion zu nichts im Leben bringen.“

Wenn sie sonntags von der Kirche zurückkehrt, sind Sharifas Eltern oft nicht zu Hause und die Tür ist verschlossen. „Ich warte dann draußen, bis sie zurückkommen. Wenn sie zurückkommen, sprechen sie liebevoll miteinander, aber mir gegenüber verlieren sie kein Wort.“

In solchen Situationen findet Sharifa Halt bei Jesus. „Ich schließe mich im Badezimmer ein und bete, bis mein Vater verlangt, dass ich herauskomme“, sagt Sharifa. An manchen Tagen wacht sie um Mitternacht auf und liest heimlich in der Bibel, ohne von ihren Eltern bemerkt oder gesehen zu werden.

Mithilfe einiger unserer lokalen Partner konnte Sharifa 2022 eine Bibelschule besuchen. Dadurch wuchs ihr Glauben und sie wurde neu gestärkt, mit der Situation zu Hause umzugehen.

„Bevor ich die Bibelschule besuchte, reagierte ich wütend auf meine Eltern, als sie mich zwingen wollten, zum Islam zu konvertieren. Aber jetzt habe ich gelernt, geduldig zu sein und ihnen sogar auf jede erdenkliche Weise das Evangelium weiterzugeben“, erzählt Sharifa.

*Name geändert

 

Quelle: Open Doors (26.03.2025)
https://www.opendoors.de/nachrichten/aktuelle-meldungen/sri-lanka-naeher-zu-jesus-im-ramadan?pk_campaign=GM&pk_kwd=20250326

n.b.: Leichte redaktionelle Änderung des Titels durch AKREF-Mitarbeiter.