02.04.2026
Nigeria: Mindestens 27 Tote bei Anschlag am Palmsonntag
Ziel war ein überwiegend von Christen bewohnter Stadtteil von Jos
Jos (IDEA) – Bei einem Angriff auf einen überwiegend von Christen bewohnten Stadtteil von Jos in Nigeria sind am Palmsonntag mindestens 27 Menschen getötet worden. Das berichtet das Hilfswerk Open Doors (Kelkheim). Jos ist die Hauptstadt des Bundesstaates Plateau. Die Tat ereignete sich demnach gegen 20 Uhr. Unbekannte Angreifer hätten auf einer belebten Straße im Stadtteil Angwan Rukuba wahllos das Feuer auf Passanten eröffnet. Nach Angaben lokaler Quellen starben 14 Menschen noch am Tatort, 13 weitere später im Krankenhaus. Die genaue Zahl der Todesopfer sei unklar. Nicht alle Opfer seien Christen gewesen. Nach Angaben von Open Doors wurde nach den Angriffen eine 48-stündige Ausgangssperre verhängt. Der Gouverneur des Bundesstaates Plateau, Caleb Manasseh Muftwang (61), verurteilte den Angriff in einer Stellungnahme „auf das Schärfste“ und bezeichnete ihn als „barbarisch und unprovoziert“. Der Angriff habe sich gegen „unschuldige Bürger“ gerichtet. Muftwang kündigte an, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Täter zu fassen und vor Gericht zu stellen. Zu dem Anschlag hat sich laut Open Doors bislang niemand bekannt. Er ereignete sich zwei Wochen nach Selbstmordattentaten in Maiduguri (Bundesstaat Borno), bei denen 23 Menschen starben und mehr als 100 verletzt worden waren. Nigeria belegt auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors Rang sieben der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Es ist mit über 230 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Etwa je 46 Prozent der Bevölkerung sind Christen oder Muslime.