08.04.2026

Libanon: Sorge um Christen

Das katholische Hilfswerk missio Aachen begrüßt die angekündigte Waffenruhe im Nahen Osten – fordert aber, dass sie auch für den Südlibanon gilt.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen appelliert an die Verantwortlichen, dass die angekündigte 14‑tägige Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran auch für den Südlibanon gilt. Präsident Pfarrer Dirk Bingener reagiert damit auf die Ankündigung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, die Feuerpause dort nicht einzuhalten. „Wir begrüßen grundsätzlich die angekündigte Waffenruhe. Aber sie muss auch für den Südlibanon gelten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Hilfswerk sorgt sich besonders um rund 5.000 christliche Familien, die weiterhin im Südlibanon leben. Nach Angaben von Partnerorganisationen vor Ort ist die Infrastruktur in vielen Regionen schwer beschädigt. Die Versorgung mit Lebensmitteln, medizinischer Hilfe und Strom sei nur noch eingeschränkt möglich. „Nur wenn alle beteiligten Akteure zu einer befristeten Feuerpause bereit sind, kann Raum für humanitäre Hilfe, Schutz der Zivilbevölkerung und politische Gespräche entstehen“, so Bingener.

Das Hilfswerk fordert die Bundesregierung und die Europäische Union auf, ihren diplomatischen Einfluss auf die USA, Israel und den Iran zu nutzen, damit die Waffenruhe auch im Südlibanon durchgesetzt wird. Zugleich spricht sich missio für internationale Initiativen aus, die den libanesischen Staat bei der Entwaffnung der terroristischen Hisbollah unterstützen. „Diese notwendige Entwaffnung darf nicht in eine neue innere Zerreißprobe des Landes führen“, warnt Bingener. Diplomatie und internationale Sicherheitsgarantien seien entscheidend, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Über eine Million Menschen auf der Flucht

Die israelischen Angriffe auf die terroristische Hisbollah-Miliz im Libanon haben eine Fluchtbewegung ausgelöst. Kirchliche Hilfswerke stoßen an ihre Grenzen.