09.04.2026
Ukraine: Historische Kirche in Cherson schwer beschädigt
Das Gotteshaus ist eines der ältesten der Stadt
Cherson (IDEA) – In der südukrainischen Stadt Cherson ist bei einem russischen Angriff am Karfreitag (3. April) eine historische orthodoxe Kirche schwer beschädigt worden. Eine Granate traf das Dach der griechischen Sophienkirche der Geburt der Allerheiligsten Mutter Gottes. Das berichten lokale Medien. Der Vorfall ereignete sich kurz vor dem Beginn der Karwoche der orthodoxen Christen. Sie feiern Ostern am 12. April. Durch die Explosion wurde die Seitenkapelle der historischen Kirche zerstört. Sie war Kaiser Konstantin dem Großen und seiner Mutter Helena geweiht. Zudem wurde die zentrale Kuppel des Kirchengebäudes schwer beschädigt und die historische Ikonostase des Hauptaltars – eine mit Ikonen verzierte Trennwand zwischen Kirchenschiff und Altarbereich – teilweise in Mitleidenschaft gezogen. Die Sophienkirche wurde 1780 von griechischen Einwanderern von der Insel Chios erbaut und gilt als bedeutendes Zeugnis der historischen griechischen Präsenz in der Region. Das Gotteshaus ist eines der ältesten der Stadt. Bei dem Angriff wurde auch die Frau des Erzpriesters Witalij Malanij verletzt. Sie erlitt eine Gehirnerschütterung, eine Kopfverletzung und ein Trauma. Das Kirchengebäude hatte bereits im Juli 2025 Schäden bei Angriffen davongetragen. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs am 24. Februar 2022 sind bereits zahlreiche Kirchen zerstört und beschädigt worden. Im Februar meldeten die ukrainischen Behörden insgesamt über 700 beschädigte religiöse Stätten wie etwa Kirchen, davon sollen knapp 200 vollständig zerstört worden sein.