10.04.2026

Pakistan: Christliches Mädchen nach Gerichtsurteil an mutmaßlichen Entführer zurückgegeben

ICC News - Das Schicksal eines jungen christlichen Mädchens (13)  hat eine herzzerreißende Wendung genommen, nachdem ein Gerichtsurteil es ihr gestattete, bei einem Mann zu bleiben, von dem ihre Familie behauptet, er habe sie entführt und gewaltsam zum Islam bekehrt – was in der christlichen Gemeinschaft Pakistans tiefe Besorgnis ausgelöst hat.

Maria Shahbaz wurde im Juli aus ihrem Zuhause entführt. Ihre Familie sagte, sie sei entführt, zur Konversion zum Islam gezwungen und gegen ihren Willen verheiratet worden. Monatelang kämpften ihre Eltern darum, sie zurückzuholen, doch die Entscheidung des Gerichts hat ihre Hoffnung zunichte gemacht.

Am 25. März erklärte das pakistanische Bundesverfassungsgericht, dass Maria „volljährig“ sei und rechtlich bei dem Mann bleiben könne, den ihre Familie der Entführung beschuldigt. Das Gericht bestätigte ihre Konversion und entschied, dass die Ehe dem islamischen Recht unterliegt. Muslimischen Männern ist es gestattet, Frauen aus der Ahl al-Kitab (Volk des Buches), einschließlich Christinnen, zu heiraten, und das Gericht stützte sich auf diese Regelung, um die Ehe aufrechtzuerhalten.

Für Marias Vater, Shahbaz Masih, fühlt sich diese Entscheidung an, als würde er seine Tochter erneut verlieren.

Marias Vater erklärte vor Gericht, sie sei damals 12 oder 13 Jahre alt gewesen, und legte Dokumente vor, um dies zu beweisen. Die Richter hielten die Unterlagen für unzuverlässig und erklärten, ihr Aussehen lasse darauf schließen, dass sie älter sei.

Das Gericht stellte fest, dass im Islam eine Konversion lediglich eine Glaubensbekenntnis erfordert, keine formelle Zeremonie. Marias Konversion wurde daher als echt anerkannt.

Viele fragen sich jedoch: Kann ein Kind, das aus seinem Zuhause geholt und von seiner Familie ferngehalten wird, eine solche Entscheidung wirklich frei treffen?

Christliche Führer und Menschenrechtsgruppen erklärten, dieser Fall spiegele ein weit verbreitetes Muster in Pakistan wider, wonach Mädchen aus Minderheiten angeblich entführt, zur Konversion gedrängt und mit muslimischen Männern verheiratet werden.

„Diese Mädchen sind oft isoliert und verängstigt“, sagte ein Menschenrechtsaktivist. „Wenn sie vor Gericht aussagen, können wir nicht davon ausgehen, dass sie ohne Angst sprechen.“

Aktivisten argumentieren, dass Kinderheirat zwar nach pakistanischem Recht eine Straftat darstellt, Gerichte solche Ehen jedoch weiterhin anerkennen, wodurch eine Lücke entsteht, die es Tätern ermöglicht, sich der Rechenschaftspflicht zu entziehen.

Das Urteil hat heftige Kritik hervorgerufen. Interessenverbände warnen, es könne zu weiteren Fällen wie dem von Maria führen, in denen schutzbedürftige Mädchen rechtlich an ihre mutmaßlichen Entführer gebunden werden.

Sie fordern dringende Reformen: Gesetze zur Ungültigerklärung von Kinderheiraten, einen stärkeren Schutz von Minderheiten und faire Ermittlungen bei Vorwürfen der Zwangskonvertierung.

Vorerst bleibt Maria bei dem Mann, der beschuldigt wird, sie entführt zu haben.

Ihre Geschichte ist für viele pakistanische Christen zu einem Symbol für Angst, Hilflosigkeit und Misstrauen gegenüber einem Justizsystem geworden, von dem sie glauben, dass es sie im Stich lässt.

Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org