17.04.2026

Äthiopien: Zunehmende Gewalt gegen christliche Gemeinschaften

 

ICC Nachrichten & Berichte - Eine Reihe tödlicher Angriffe auf christliche Gemeinschaften in der Zone Ost-Arsi in der Region Oromia in Äthiopien zwischen Ende Februar und April hat bei Kirchenführern und lokalen Gemeinschaften tiefe Besorgnis ausgelöst. Viele warnen nun, dass es sich hierbei nicht um vereinzelte Vorfälle handelt, sondern um ein sich wiederholendes und eskalierendes Gewaltmuster.

Am 26. Februar griffen bewaffnete Angreifer Zivilisten in der Gegend an und töteten mehrere Menschen bei einem Vorfall, den Einheimische als gezielten Angriff auf orthodoxe Christen identifizierten. Nur zwei Tage später, am 28. Februar, kam es zu einem weiteren Angriff auf eine Kirche. Bewaffnete drangen ein und eröffneten das Feuer auf die dort Versammelten. Allein bei diesen beiden Angriffen wurden mehr als 20 Christen getötet, wobei in den folgenden Tagen weitere Opfer gemeldet wurden.

Die Gewalt hörte damit nicht auf. Im Laufe des März tauchten weitere Berichte über Morde, Plünderungen und Zwangsvertreibungen in Teilen der Zone Ost-Arsi auf. Für viele Bewohner hat die Wiederholung dieser Angriffe eine wachsende Angst ausgelöst, dass christliche Gemeinschaften gezielt ins Visier genommen werden.

Kirchenführer haben sich deutlich zu Wort gemeldet. In einer offiziellen Erklärung bezeichneten katholische Bischöfe in Äthiopien die Situation als „wiederkehrende Brutalität“ und erklärten: „Der anhaltende Verlust unschuldiger Menschenleben und die Zerstörung von Gemeinschaften können nicht ignoriert werden.“ Sie forderten zudem dringende Ermittlungen und Schutz für die betroffenen Gemeinschaften.

Die Bischöfe wiesen zudem auf das Ausmaß der Krise hin und erklärten, dass „Frieden und Sicherheit in Teilen von Oromia zunehmend brüchig geworden sind, da die Gewalt weiterhin schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen trifft“.

Menschenrechtsbeobachter haben diese Bedenken bekräftigt und auf die Gewaltmuster in der Region hingewiesen; sie berichten, dass „bei wiederholten Angriffen Zivilisten getötet und Eigentum zerstört wurde“.

Da Häuser zerstört, Familien vertrieben und ganze Gemeinschaften nach wiederholten Drohungen und Gewalttaten zur Flucht gezwungen wurden, leben viele nun ohne festen Wohnsitz oder ein klares Gefühl der Sicherheit. Familien haben Angehörige verloren, Lebensgrundlagen wurden zerstört, und viele Menschen haben immer noch zu viel Angst, nach Hause zurückzukehren. Unsicherheit lastet weiterhin auf der Region.

Kirchenführer fordern die Behörden auf, entschlossen zu handeln, und warnen, dass die Gewalt anhält. Für viele Christen hat die Situation dazu geführt, dass sie vertrieben wurden, schutzlos sind und darum kämpfen, ihr Leben wieder aufzubauen, nachdem sie ihre Häuser, ihre Lebensgrundlagen und ihre Angehörigen verloren haben.

Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org