18.04.2026
Indonesien: Ehemaliger indonesischer Vizepräsident verleumdet Christentum
ICC-Nachrichten - Der Zentralvorstand der Indonesischen Christlichen Jugendbewegung (DPP GAMKI) und mehrere andere Organisationen haben am 12. April den ehemaligen indonesischen Vizepräsidenten Muhammad Jusuf Kalla bei der Polizei von Jakarta angezeigt.
Die Kontroverse begann mit der Verbreitung eines Videoclips von Jusuf Kallas Vortrag in der Moschee der Gadjah-Mada-Universität am 5. März. Das Video verbreitete sich viral und wurde auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, TikTok und YouTube vielfach geteilt. Reporter hoben Jusuf Kallas Äußerungen zu den religiösen Konflikten in Poso und Ambon hervor. Beide blutigen Konflikte ereigneten sich zwischen 1998 und 2002 und waren von religiösen und ethnischen Spannungen gekennzeichnet.
„Warum wird Religion so leicht als Grund für Konflikte herangezogen, wie in Poso und Ambon? Sowohl Muslime als auch Christen glauben an den Tod, daran, Menschen zu töten oder als Märtyrer zu sterben“, soll Jusuf Kalla gesagt haben. „Alle Christen denken auch genauso: Wenn ich einen Muslim töte, bin ich ein Märtyrer; wenn ich sterbe, bin ich ein Märtyrer. Letztendlich ist der Konflikt schwer zu beenden.“
Der Vorsitzende der GAMKI, Sahat Martin Philip Sinurat, erklärte, dass Jusuf Kallas Äußerung öffentliche Unruhe ausgelöst habe und im Widerspruch zur christlichen Lehre der Nächstenliebe stehe. Sahat betonte, dass das Christentum nicht lehre, Menschen anderer Religionen zu töten.
„Tatsächlich lehrt das Christentum das nicht; vielmehr wird uns gelehrt, unsere Mitmenschen zu lieben, sogar unsere Feinde“, fügte er hinzu.
Laut Sahat hat Jusuf Kallas Äußerung in den sozialen Medien Unruhe und Feindseligkeit ausgelöst.
„Die Kommentare in den sozialen Medien waren beleidigend, verletzend und bezogen sich auf ethnische Zugehörigkeit, Religion, Rasse und Beziehungen zwischen verschiedenen Gruppen“, sagte er. „Wir erstatten Anzeige, damit die Strafverfolgungsbehörden die Situation unter Kontrolle bringen können. Wir hoffen, dass Jusuf Kalla als nationale Persönlichkeit umgehend angemessen darauf reagiert, zumindest durch eine öffentliche Stellungnahme, eine Entschuldigung und eine anschließende Klarstellung.“
Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org