20.04.2026

Deutschland: Rekordbeteiligung bei „Münchner Marsch fürs Leben"

Laut Veranstalter kamen rund 7.000 Teilnehmer – Die Polizei nennt 4.500

München (IDEA) – Der diesjährige „Münchner Marsch fürs Leben“ hat einen Teilnehmerrekord verzeichnet. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 7.000 Personen. Das Polizeipräsidium München sprach von 4.500 Teilnehmern. Im vergangenen Jahr waren es laut Veranstalter rund 6.000 und laut Polizei 2.200. Nach Polizeiangaben kamen in diesem Jahr rund 4.000 Gegendemonstranten zusammen. Während des Marsches fürs Leben durch die bayerische Landeshauptstadt sei es wiederholt zu Störungen gekommen, teilte der Veranstalter, der Verein „Stimme der Stillen“, mit. Auf der Schellingstraße sei der Zug durch eine Sitzblockade für etwa 45 Minuten unterbrochen und vorübergehend geteilt worden. Die Vorsitzende des Vereins, Silja Fichtner, erklärte in einer Pressemitteilung, man werte die hohe Teilnehmerzahl auch als Reaktion auf politische Bestrebungen, Abtreibungen weiter zu legalisieren oder Kliniken zu deren Durchführung zu verpflichten. „Wir stehen für den unbedingten Schutz des Lebens von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Vor allem aber stehen wir solidarisch an der Seite von Schwangeren und Familien in Not.“ Zur Auftaktveranstaltung wurden Grußworte mehrerer katholischer Würdenträger verlesen. Der frühere päpstliche Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, dankte den Teilnehmern im Namen von Papst Leo XIV. dafür, den Stillen und Stimmlosen – insbesondere Sterbenskranken und ungeborenen Kindern – eine Stimme zu geben. In einer Videobotschaft ermutigte der Bischof Robert Barron der Diözese Winona-Rochester (US-Bundesstaat Minnesota) im Namen der US-Bischöfe die Teilnehmer, sich weiterhin entschlossen für den Lebensschutz einzusetzen. Weitere Grußworte übermittelten der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und der Passauer Bischof Stefan Oster. Vor Ort sprach der russisch-orthodoxe Bischof Hiob (Bandmann) von Stuttgart den Teilnehmern Dank aus. Den Abschlusssegen spendete der katholische Regensburger Weihbischof Josef Graf.

Scharfe Kritik an der Bundesregierung

Hauptredner waren der katholische Publizist Mathias von Gersdorff (Frankfurt am Main) und die nigerianische Biomedizinerin und Präsidentin der christlichen Initiative „Culture of Life Africa“ (Kultur des Lebens Afrika), Obianuju Ekeocha (Canterbury/England). Von Gersdorff sagte: „Wir sind hier alle versammelt, um ein gemeinsames Zeugnis für christliche Werte, für das Leben, für die Gerechtigkeit und für die Wahrheit abzugeben.“ Der schwarz-roten Bundesregierung warf er vor, einen „Todeskatalog“ voranzutreiben. So wolle die Koalition Abtreibungen flächendeckend ermöglichen und die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ausweiten. Nach offiziellen Zahlen stürben in Deutschland jährlich rund 106.000 Kinder durch Abtreibungen. Man strenge sich stärker an, Kinder zu töten, als sie zur Welt zu bringen. Dabei befinde sich Deutschland in einer „gewaltigen demografischen Krise“. Als ein Beispiel nannte von Gersdorff die Debatte um die Finanzierung der Rente durch nachfolgende Generationen. Dafür brauche es nicht weniger, sondern wieder mehr Geburten. Ekeocha schilderte in ihrer Rede, wie westliche Staaten Druck auf afrikanische Regierungen ausübten, Abtreibung zu liberalisieren. Zahlreiche afrikanische Länder widersetzten sich diesem Kurs. Der 7. „Münchner Marsch fürs Leben“ soll am 10. April 2027 ab 13 Uhr auf dem Königsplatz in der bayerischen Landeshauptstadt stattfinden.