21.04.2026

Deutschland: Randale vor Pfarrer-Wohnung

Bischof Stäblein „schwer schockiert“. Zwei gegen rechte Gewalt engagierte Gruppen beschuldigen Neonazis als Täter

Cottbus (IDEA) – In Cottbus hat es nach Angaben der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) einen gewaltsamen Angriff auf die Wohnung eines Pfarrers der EKBO gegeben. Bei dem Betroffenen handelt es sich um einen Sprecher der „Initiative Sichere Orte Südbrandenburg“. Sie gehört zu einem Netzwerk, „das sich gemeinsam gegen rechte Angriffe wehrt – mit öffentlicher Sichtbarkeit, praktischer Unterstützung und klarer Haltung“. Diese Initiative und der „Verein Opferperspektive“ teilten mit, dass „zwei Neonazis“ am 16. April in das Wohnhaus des Pfarrers eingedrungen und über mehrere Stockwerke zu dessen Wohnung vorgedrungen seien. Dort hätten sie vor der Wohnungstür randaliert. Dabei seien auch „mehrere rechte Aufkleber am Briefkasten“ hinterlassen worden. Ein Sticker trage die Aufschrift „Piss Dich nach Berlin“. Bischof Stäblein erklärte zu dem Vorfall: „Der Angriff auf die Wohnung, und damit auf unseren Pfarrer in Cottbus, hat mich schwer schockiert.“ Dieser engagiere sich „stark und leidenschaftlich“ mit seiner christlichen Haltung für die Rechte der Menschen in Brandenburg und für die Liebe Gottes, die allen gelte. Die Kirche trete Gewalt gegen ihn und alle Menschen, die zu ihm gehörten, „klar und entschieden entgegen, ebenso allen Drohungen und Einschüchterungsversuchen“. Sie setze „rechtsextremistischen Parolen von Angst und Menschenfeindlichkeit“ das klare Eintreten für die Würde aller Menschen entgegen. Nach Polizeiangaben prüft der Staatsschutz einen politischen Hintergrund der Tat.