24.04.2026
Deutschland: Methodisten beenden nach 100 Jahren ihre Zeltmission
Als Gründe nennt die EmK sinkende Beteiligung und veränderte Erwartungen
Laichingen (IDEA) – Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland stellt nach 100 Jahren ihre Zeltmission ein. Stattdessen richtet sie ihre missionarische Arbeit unter dem Namen „freiraum – Glaube geht raus“ neu aus, wie die Kirche mitteilte. Eine Übergangsfeier ist für den 1. und 2. Mai in Laichingen auf der Schwäbischen Alb geplant. „Der Name zeigt, dass Glaube hinausgeht zu den Orten, an denen Menschen leben, fragen und hoffen“, sagte der EmK-Sekretär für missionarischen Gemeindeaufbau in Deutschland, Bernd Schwenkschuster (Laichingen). Anders als bei der bisherigen Zeltmission stehe nicht mehr die Einladung zu einer Veranstaltung im Mittelpunkt, sondern die Begegnung im Alltag. Das neue Programm verstehe sich nicht als fertiges Konzept, sondern als Unterstützung für Gemeinden. Sie sollten ermutigt werden, eigene Formen der Missionsarbeit zu entwickeln, die zu ihrem Umfeld passten. Dazu zählten Begleitung, geistliche Impulse und kreative Aktionen im öffentlichen Raum.
Sinkende Beteiligung, höherer Aufwand
Der organisatorische Aufwand für Zeltevangelisationen sei in den vergangenen Jahren gewachsen, während die Beteiligung zurückgegangen sei, teilte die EmK mit. Als weiteren Grund nannte sie veränderte gesellschaftliche Erwartungen: Menschen suchten heute weniger Veranstaltungen als vielmehr persönliche Zugänge über zwischenmenschliche Beziehungen. Ihre großen Zelte verkaufte die EmK zum Jahresende 2025.
„Zeltmission ist besser als ihr Ruf“
Nach wie vor Chancen für diese Art der Mission sieht dagegen der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Zeltmission und Vorsitzende des Evangelisationsteams, Jens Ulbricht (Königshain-Wiederau/Sachsen). „Zeltmission ist besser als ihr Ruf“, sagte er im vergangenen Dezember bei der Jahrestagung der Deutschen Evangelistenkonferenz in Rehe (Westerwald). Missionarische Veranstaltungen in einem Zelt seien in der Regel gut besucht. 2025 habe es in Deutschland 24 Zelteinsätze gegeben. Zwischen zehn und 25 Prozent der Besucher seien „kirchenferne Menschen“. Immer wieder komme es vor, dass Besucher Christen werden. Zur Arbeitsgemeinschaft Zeltmission innerhalb der Deutschen Evangelistenkonferenz gehören neben dem Evangelisationsteam der Missionarische Dienst Bremen, die Barmer Zeltmission (Dillenburg) – ein Werk der freien Brüdergemeinden –, die Deutsche Indianer Pionier Mission (St. Johann) sowie die Zeltkirche der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.