28.04.2026

Deutschland: Kopten übernehmen eine katholische Kirche in Münster

Offizielle Übergabe ist für den 1. Oktober geplant

Münster (IDEA) – Die koptisch-orthodoxe Gemeinde in Münster übernimmt die katholische St.-Antonius-Kirche in Münster. Das teilte das Bistum Münster auf seiner Internetseite mit. Die entsprechenden Verträge sollen in den nächsten Wochen unterschrieben werden. Die Übergabe sei für den 1. Oktober geplant. Die katholische Kirchengemeinde St. Joseph Münster-Süd nutze bereits seit 2008 nur noch die Krypta des Gotteshauses für Gottesdienste. Für die Entscheidung sei ausschlaggebend gewesen, dass das denkmalgeschützte Gebäude auch künftig als Kirche genutzt werde. Die wachsende koptisch-orthodoxe Gemeinde nutze bisher eine andere katholische Kirche in der Stadt für ihre Gottesdienste. Dort gebe es aber keine Nebenräume für das Gemeindeleben. Zur St.-Antonius-Kirche gehören dagegen ein angrenzender Pfarrsaal, die Räume einer früheren Bücherei und weitere Gruppenräume. Die Krypta werde die katholische Kirchengemeinde nach der Übergabe „zurückmieten“ und dort weiterhin Gottesdienste feiern. Der Metropolit der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Generalbischof Anba Damian (Höxter), erklärte, durch die Übernahme öffne sich für die meist aus Ägypten stammenden Christen eine neue, lang ersehnte Perspektive. Er werde voraussichtlich im Mai einen eigenen Priester für die St.-Antonius-Kirche ernennen. Die koptische Kirche geht der Überlieferung zufolge auf eine Gründung des Apostels Markus etwa zwischen 50 und 60 n. Chr. zurück. Sie ist damit eine der ältesten Kirchen der Welt. Die Zahl der Kopten wird weltweit auf rund 15 Millionen geschätzt. Sie leben vor allem in Ägypten. In Deutschland liegt ihre Zahl bei rund 20.000.