28.04.2026

Indien: Ultimatum - Christen sollen zum Hinduismus zurückkehren

Folgen sie der Aufforderung nicht, drohen ihn härtere Maßnahmen

Raipur (IDEA) – Im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh haben Führer mehrerer Stammesgemeinschaften Christen ein Ultimatum gestellt: Bis zum 30. April sollen sie zu ihrem „angestammten Glauben heimkehren“. Befolgten sie diese Forderung nicht freiwillig, drohten härtere Maßnahmen, so die Amtsträger. Das berichtet die indische Tageszeitung „Nai Duniya“. Die Aufforderung erfolgte demnach am 19. April bei einer Versammlung im Dorf Chhote Dongar. Gleichzeitig sollen die Beteiligten Ermittlungen gegen Kirchen in der Region gefordert haben. Die Polizei ist alarmiert, um „Verstöße gegen Recht und Gesetz“ zu verhindern.

Zwangskonversionen und Gewalt gegen Christen als wiederkehrendes Muster

In Indien kommt es immer wieder zu erzwungenen Konversionen zum Hinduismus, dem sogenannten „Ghar Wapsi“ (Heimkehr). So wurden im August 2024 im Bundesstaat Odisha rund 120 indigene Christen aus zwei Dörfern zum Glaubenswechsel gezwungen. In Chhattisgarh waren im Dezember 2022 innerhalb weniger Tage mehr als 1.000 Christen der Volksgruppe der Adivasi aus ihren Dörfern vertrieben worden. Laut dem Zentrum für Gesellschafts- und Säkularismusstudien (Mumbai) hatten die Täter die Vertriebenen zuvor aufgefordert zur Hindu-Religion zu konvertieren. Andernfalls müssten sie ihr Dorf verlassen oder hätten mit schlimmen Konsequenzen, sogar dem Tod, zu rechnen. In Indien ist seit Jahren eine Zunahme der Gewalt und Benachteiligung von Christen zu beobachten. Laut dem jüngsten Jahresbericht der Evangelischen Allianz in Indien kam es im Jahr 2025 zu insgesamt 747 Fällen von Feindseligkeit, Einschüchterung, Gewalt und Diskriminierung gegen Christen, davon alleine 27 dokumentierte Zwangskonversionen. Nach dem Bundesstaat Uttar Pradesh (217), lag Chhattisgarh auf Platz zwei mit den meisten christenfeindlichen Vorfällen (177). Von den etwa 1,4 Milliarden Einwohnern Indiens sind 74 Prozent Hindus, 13 Prozent Muslime und fünf Prozent Christen. Der Rest gehört kleineren Religionsgemeinschaften an. Im Weltverfolgungsindex des überkonfessionellen Hilfswerks Open Doors belegt Indien Platz zwölf der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.