10.02.2026

Jemen: Verhaftungswelle gegen christliche Minderheit

Open Doors spricht von über 50 Festgenommenen

Kelkheim/New York (IDEA) – Im Jemen ist es zu einer Verhaftungswelle gegen die christliche Minderheit gekommen. Laut dem überkonfessionellen Hilfswerk Open Doors (Kelkheim bei Frankfurt am Main) wurden seit Beginn des Jahres über 50 Christen festgenommen. Ihr Aufenthaltsort sei nicht bekannt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (New York) haben die dortigen Huthi-Rebellen in den letzten drei Monaten willkürlich über 20 Christen verhaftet. Der Jemen- und Bahrain-Experte der Organisation, Niku Jafarnia, erklärte: „Anstatt die alarmierende Hungersnot im Jemen zu bekämpfen, scheinen die Huthi-Rebellen nur zu wissen, wie man Menschen festnimmt und inhaftiert.“ Er rief die Rebellen auf, die Inhaftierungen von Menschen, darunter die Mitglieder der marginalisierten christlichen Gemeinschaft, einzustellen und dafür zu sorgen, dass alle Bewohner in ihrem Gebiet ausreichend Zugang zu Nahrung und Wasser haben. Human Rights Watch und Open Doors berufen sich auf Angaben von Kontaktpersonen im Jemen. Laut Open Doors hat sich die Verfolgung der Christen im Jemen intensiviert. Die einheimische Kirche bestehe überwiegend aus Konvertiten muslimischer Herkunft. Sie müssten ihren Glauben im Verborgenen praktizieren. Der Jemen steht im Weltverfolgungsindex des Werkes auf Platz drei der Länder, die Christen am stärksten verfolgen. Im Jemen tobt seit 2014/2015 ein Bürgerkrieg. Hauptkonfliktparteien sind die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, die weite Teile im Nordwesten kontrollieren, und eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition, die die international anerkannte Regierung unterstützt. Schätzungen zufolge leben etwa 70 Prozent der Jemeniten in den von den Huthi kontrollierten Gebieten, die rund ein Drittel des Landes ausmachen. Nach Angaben der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit ist die Zahl der Christen im Jemen aufgrund der Flucht vor dem Krieg auf wenige Tausend geschrumpft. Davor hätten schätzungsweise 41.000 Christen im Land gelebt.