28.01.2026

Nigeria: Regierung will Vorwurf der Christenverfolgung entkräften

(IDEA) Knapp zwei Wochen nach dem Überfall auf mehrere Kirchen im nigerianischen Kurmin Wali (Bundesstaat Kaduna) bemüht sich die Regierung weiterhin um Schadensbegrenzung. Laut Informationen der „Welt“ hat sie einer US-amerikanische Lobby-Firma umgerechnet rund 7,5 Millionen Euro gezahlt, um die Vorwürfe systematischer Christenverfolgung in Nigeria gezielt zu entkräften. Die Regierung in Abuja wolle offenbar insbesondere gegenüber US-Präsident Donald Trump demonstrieren, dass der Staat Christen schütze und nicht verfolge.

Trump hatte bereits zur Weihnachtszeit in Absprache mit der nigerianischen Regierung Luftangriffe gegen Stellungen der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ im Nordwesten des Landes fliegen lassen. Der Einsatz habe sich gegen Terroristen gerichtet, die Christen angriffen, erklärte er damals und kündigte weitere Militäraktionen an, sollten erneut Christen getötet werden.

Genau diese Angriffe sollen die Lage jedoch verschärft haben. Der frühere nigerianische Jugendminister Solomon Selkap Dalung, der selbst bekennender Christ ist, sagte gegenüber der „Welt“, dass die Terroristen seitdem noch brutaler vorgingen. Wie Trump auf die jüngsten Entwicklungen in Nigeria reagieren wird, ist bislang unklar. Die „Welt“ berichtet jedoch, dass sein politisches Umfeld zunehmend Druck auf ihn ausübe. Dabei würden gezielt Angriffe auf Christen in Nigeria sowie in anderen afrikanischen Staaten wie Niger herangezogen, um ihn zu weiterem Handeln zu bewegen.

„Seit den US-amerikanischen Luftangriffen gehen die Terroristen noch brutaler vor“: Der frühere nigerianische Minister für Jugend und Sport, Solomon Delkap Dalung. Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Suche nach entführten Gläubigen dauert an

Bei dem Überfall in Kurmin Wali am 18. Januar sind Medienberichten zufolge über 160 Gläubige entführt worden. Die nigerianischen Behörden hatten diese Berichte zunächst als „Lüge“ zurückgewiesen, bestätigten jedoch zwei Tage später eine Massenentführung. Die Suche nach den Opfern dauert weiterhin an.

Auf dem Weltverfolgungsindex des Hilfswerks Open Doors liegt Nigeria auf Rang sieben der Länder, die Christen am stärksten verfolgen. Nigeria ist mit über 230 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Etwa jeweils 46 Prozent der Bevölkerung sind Christen oder Muslime.