01.06.2026

Deutschland: Freikirchliches Café schließt nach 26 Anschlägen

Leipzig: Pastor Wagner: „Die Linksextremen in Leipzig haben nicht gewonnen“

Leipzig (IDEA) – Die freikirchliche „Zeal Church“ in Leipzig stellt den Betrieb ihres Cafés „Stay“ Ende Juni ein. Das teilte der leitende Pastor René Wagner am 31. Mai in einem Gottesdienst der Gemeinde mit. Nach mehr als zwei Jahren mit 26 Angriffen, massiven Sachschäden, wiederholten Schließungen und einem anhaltenden „digitalen Shitstorm“ sei der Schritt aus finanziellen Gründen unausweichlich. Die Entscheidung sei „sehr hart“ und alles andere als leichtgefallen, so Wagner. Hinter dem Café stünden „Menschen, Arbeitsplätze, Träume, investierte Zeit, Gebete, viel Herzblut, viele schlaflose Nächte, viel Geld“. Zugleich betonte er: „Die Linksextremen in Leipzig haben nicht gewonnen. Sie haben keine Kirche geschlossen. Sie haben keine Gemeinde gestoppt. Sie haben keine Erweckung verhindert. Sie haben keine einzige Seele davon abgehalten, Jesus zu begegnen.“ Was ende, sei ein Geschäftsbetrieb, was bleibe, sei die Kirche.

Finanziell an die Grenzen gekommen

Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA erklärte Wagner, die Gemeinde sei „finanziell an die Grenzen gekommen“. Immer wieder seien Kosten für Renovierungen und Instandsetzungen angefallen. Auf das „Stay“-Café waren seit der Eröffnung vor gut zweieinhalb Jahren immer wieder Anschläge verübt worden. Den bislang größten Schaden richtete ein Buttersäure-Anschlag in der Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtstag an. Damals entstand nach Angaben der Gemeinde ein Schaden von rund 20.000 Euro. Hinzu kamen Einnahmeausfälle wegen wiederholter Schließungen sowie eingeworfene Scheiben und Graffiti an der Fassade.

Kritik an der Stadt Leipzig

Wagner äußerte sich enttäuscht über die Reaktion der Stadt Leipzig. Es sei „sehr schmerzhaft“, dass es bis heute keine politische Anerkennung gebe, dass es bei den Angriffen um die Religionsfreiheit gehe. Mit dem Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) habe er sich getroffen. Er habe der Gemeinde im persönlichen Gespräch beigepflichtet. „Aber die Stadt hat da bisher keinen Finger bewegt“, so Wagner. Eine öffentliche, klare Stellungnahme der Stadt sei ausgeblieben. Mit Vertretern von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, BSW und AfD habe man Gespräche geführt. „Die Einzigen, wo wir keinen Kontakt reinkriegen, sind die Linken.“ Auch der zuständige Ordnungsbürgermeister gehöre der Linken an. Die Stadt Leipzig hatte auf eine Anfrage der BSW-Fraktion im Stadtrat geantwortet, die Attacken gefährdeten nicht die grundsätzliche Ausübung der Religionsfreiheit. Es handele sich vielmehr um ein wirtschaftliches Problem. Die Zeal Church wies diese Einschätzung in einer Stellungnahme zurück. Die Angriffe richteten sich „eindeutig gegen unsere religiöse Identität, unsere Theologie und unsere Glaubenspraxis und sind daher religiös motiviert“. Dies ergebe sich aus Bekennerschreiben aus der linksextremen Szene, Demonstrationen vor dem Café und Beiträgen in Online-Foren.

Christen müssen Stimme erheben

Wagner zeigte sich überzeugt, dass Angriffe auf christliche Einrichtungen künftig zunehmen könnten: „Der Christenhass in Europa steigt. Es werden immer mehr Kirchen angegriffen.“ Umso wichtiger sei es, dass Christen ihre Stimme erheben. Zugleich dürfe die Gemeinde nicht mit Hass oder Bitterkeit reagieren: „Wir schlagen nicht zurück.“ Es gehe darum, auf die eigenen Rechte zu pochen, Täter zur Rechenschaft zu ziehen und deutlich zu machen, dass solche Angriffe das gesellschaftliche Zusammenleben gefährden. Er wünsche sich, „dass das Thema weiterhin gehört wird“ und die Brisanz der Entwicklung in Deutschland erkannt werde.