15.06.2026

Pakistan: Gefälschte Dokumente bei Entführung und Zwangsheirat

ICC-Nachrichten & Berichte - Am 6. Juni gaben christliche Menschenrechtsaktivisten und Rechtsexperten während einer Pressekonferenz in Lahore, Pakistan, bekannt, dass die Dokumente, die zur Bestätigung der Ehe der 13-jährigen Maria Shahbaz verwendet wurden, in großem Umfang gefälscht waren.

Diese Dokumente wurden dem Bundesverfassungsgericht (FCC) von dem 30-jährigen Entführer Muhammad Shehryar vorgelegt.

Bereits im März hatte das FCC entschieden, dass die Ehe zwischen Shehryar und Shahbaz sowohl nach pakistanischem Recht als auch nach islamischem Recht gültig sei. Das Gericht stützte seine Entscheidung auf die Feststellung, dass Maria älter aussah als sie tatsächlich war.

In dem Urteil wurde zudem festgestellt, dass es einem muslimischen Mann nach islamischem Recht gestattet ist, Frauen aus der „Ahl-e-Kitab“ (Leute des Buches) zu heiraten. Auf Grundlage dieser Punkte wies das Gericht den Antrag der Familie auf Rückgabe ihrer Tochter zurück.

Menschenrechtsaktivisten und Rechtsexperten haben dieses Urteil nun angefochten und behaupten, dass die dem Gericht vorgelegten Schlüsseldokumente vollständig gefälscht seien. Sie wiesen auf mehrere gravierende Mängel in den Beweisen hin:

  • Auf der Nikahnama (Heiratsurkunde) fehlten Marias Unterschrift/Daumenabdruck sowie ihre nationale Ausweisnummer.
  • Der muslimische Geistliche, der auf der Heiratsurkunde als Trauzeuge aufgeführt ist, hat offiziell bestritten, die Trauung durchgeführt oder bezeugt zu haben.
  • Marias Aussage, die vor dem Richter zu Protokoll genommen wurde, war in englischer Sprache verfasst. Maria spricht jedoch nur Punjabi. Dies wirft ernsthafte Zweifel daran auf, ob die Aussage tatsächlich von ihr stammt oder ob sie überhaupt verstanden hat, was dort geschrieben stand.

Rechtsexperten erklären, dass dieser Fall tiefgreifende systemische Mängel und Gesetzeslücken innerhalb der pakistanischen Justiz und Strafverfolgung aufzeigt. Die Tatsache, dass ein Täter es wagte, einem der höchsten Verfassungsgerichte des Landes vollständig gefälschte Dokumente vorzulegen und zu gewinnen, zeigt, wie unantastbar sich Kriminelle gegenüber dem Gesetz fühlen.

Trotz dieser enormen Herausforderungen hat Marias Familie nicht aufgegeben. Ihr Vater, Shahbaz Masih, reichte am 30. April einen Antrag auf Überprüfung ein, um das Urteil des Gerichts anzufechten. Aktivisten, Anwälte und Mitglieder der Gemeinde erheben weiterhin ihre Stimmen, um eine vollständige Überprüfung dieser gefälschten Dokumente zu fordern.

Die örtliche christliche Gemeinde steht der Familie weiterhin zur Seite und betet für Gerechtigkeit für Maria und für ihre sichere Rückkehr zu ihren Eltern.

Jedes Jahr werden in Pakistan etwa 1.000 junge Mädchen – viele von ihnen sind Christinnen – aus ihren Häusern entführt.

Diese Mädchen werden oft erst Monate später gefunden, nachdem sie gezwungen wurden, zum Islam zu konvertieren und ältere muslimische Männer zu heiraten. Wenn die Eltern eines Mädchens versuchen, ihre Tochter vor Gericht zurückzufordern, können sie oft keine Geburtsurkunde vorlegen, um zu beweisen, dass sie minderjährig ist. Infolgedessen spricht der Richter dem Mann oft das Sorgerecht für das Mädchen zu und verwehrt den Eltern jede Chance, ihre Tochter zu sehen.

Diese Mädchen werden oft erst Monate später gefunden, nachdem sie gezwungen wurden, zum Islam zu konvertieren und ältere muslimische Männer zu heiraten. Wenn die Eltern eines Mädchens versuchen, ihre Tochter vor Gericht zurückzufordern, können sie oft keine Geburtsurkunde vorlegen, um zu beweisen, dass sie minderjährig ist. Infolgedessen spricht der Richter dem Mann häufig das Sorgerecht für das Mädchen zu und verwehrt den Eltern damit jede Chance, ihre Tochter jemals wiederzusehen.

Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org