16.06.2026
Deutschland: "Die Würde des Menschen ist angetastet"
Hartmut Steeb: Er sprach bei einer Bibelkonferenz zum Thema Lebensschutz
Karlsbad (IDEA) – Mit der zunehmenden Liberalisierung der Sterbehilfe ist der Schutz des Lebens verstärkt auch an dessen Ende in Gefahr. Davor warnte der frühere Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), auf der diesjährigen Bibelkonferenz auf der Langensteinbacher Höhe bei Karlsruhe. Sie begann am 9. Juni und endet am 17. Juni. Steeb: „Die Würde des Menschen ist angetastet – am Anfang und am Ende“. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) würden weltweit jährlich 73 Millionen ungeborene Kinder abgetrieben, täglich also rund 200.000. Diese Zahl sei höher als die natürliche jährliche globale Sterberate von rund 60 Millionen Menschen. Die Tötung ungeborener Kinder sei „die allergrößte Menschenrechtskatastrophe aller Zeiten“. Begriffe wie „reproduktive Selbstbestimmung“ verschleierten, was bei einer Abtreibung tatsächlich passiere.
Gott ist der Herr des Lebens
Während zuerst das Töten vor der Geburt „privatisiert“ worden sei, drohe dies nun auch für das Lebensende. Die Aufhebung des Verbots der geschäftsmäßigen Sterbehilfe durch das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 bezeichnete Steeb als „unsäglich“. Bisher sei noch nicht entschieden, was das Parlament mit dieser „gesetzlichen Baustelle“ mache. Er plädiert dafür, in einem neuen Gesetz nicht nur die geschäftsmäßige, sondern auch die private Beihilfe zur Selbsttötung zu verbieten. Christen könnten eine Art von Selbstbestimmung nicht bejahen, die das menschliche Lebensrecht eines anderen beschneide, weder eines noch nicht geborenen Menschen noch eines alten, kranken, gebrechlichen oder sterbenden Menschen. Gott sei der Herr des Lebens. Er gebe und nehme es. Ohne das Lebensrecht blieben alle anderen Rechte nutzlos.