16.06.2026
Israel: Antichristliche Übergriffe nehmen weiter zu
Die Vorfälle reichen von Anspucken bis zur Schändung christlicher Stätten
Jerusalem (IDEA) – In Israel zeichnet sich für 2026 ein neuer Rekord an antichristlichen Vorfällen ab. Nach einem Bericht des israelischen Religious Freedom Data Center (RFDC) waren Christen dort in diesem Jahr bereits 88 Mal Opfer von Belästigungen und Übergriffen. Die erfassten Vorfälle stellten aber wahrscheinlich nur die „Spitze eines Eisberges“ dar. Menschenrechtler erwarten, dass die Zahl der Übergriffe den Vorjahresrekord von 181 überschreiten wird. Das RFDC teilte in Jerusalem mit, dass allein im zweiten Quartal dieses Jahre bisher 63 Angriffe gezählt wurden. Die meisten Vorfälle ereigneten sich demnach in der Altstadt von Jerusalem und auf dem Berg Zion. Dazu zählen Anspucken und Beschimpfungen, die Schändung von Gräbern, Statuen und Kreuzen sowie die Entweihung christlicher Kultstätten. Täter sind mutmaßlich meist ultraorthodoxe Juden. Die israelische Forscherin Yeska Hran erklärte bei der Veröffentlichung des Berichts laut dem palästinensischen Nachrichtenportal „Felesteen News“, dass die Zahlen alle Erwartungen übertroffen hätten. Die Vorfälle seien für christliche Gemeinden zur „täglichen Realität“ geworden. Die Angriffe richten sich auch gegen katholischen Klöster. So würden Steinkreuze umgeworfen, Steine, Eier und Müll auf deren Gebäude geworfen, berichten kirchliche Amtsträger. Die Angriffe wiederholten sich in Wellen, sagte Pater Stanislav Kolakowski in Jerusalem laut „Felesteen News“. Im April war eine französische Nonne, die in Ostjerusalem für ein Forschungszentrum arbeitete, zu Boden geworfen und mehrfach getreten worden. Eine Überwachungskamera hatte die Tat aufgezeichnet. Laut der Nachrichtenagentur Middle East Eye erklärte die Hebräische Universität Jerusalem, der Angriff sei „kein Einzelfall, sondern Teil eines besorgniserregenden Musters zunehmender Feindseligkeit gegenüber der christlichen Gemeinschaft und ihren Symbolen“. Im Heiligen Land leben rund 200.000 Christen.