17.06.2026

Weltweit: Religionsfreiheit in jedem dritten WM-Teilnehmerland bedroht

Hilfswerk „Kirche in Not“ legt Analyse zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vor

München (IDEA) – In rund einem Drittel der Länder, die an der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 teilnehmen, ist die Religionsfreiheit eingeschränkt oder bedroht. Darauf hat das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (München) hingewiesen. Grundlage ist der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“, der die Menschenrechtslage in 196 Ländern dokumentiert. Konkret sind 14 der 48 Teilnehmerländer betroffen. Damit entspricht der Anteil von 30 Prozent in etwa dem weltweiten Befund: Insgesamt stuft der Bericht 62 der 196 untersuchten Länder in die Kategorie „orange“ für Diskriminierung oder in die rote Kategorie für religiöse Verfolgung ein.

Haiti und Kongo besonders betroffen

Besonders dramatisch stellt sich die Lage laut „Kirche in Not“ in Haiti dar. Bewaffnete Banden kontrollierten dort weite Teile des Landes und behinderten wiederholt die Arbeit von Kirchen und religiösen Organisationen. In den vergangenen Jahren sei es immer wieder zu Entführungen und Gewalt gekommen. Auch in der Demokratischen Republik Kongo bleibe die Lage angespannt. Dort verschärften die Aktivitäten bewaffneter Gruppen im Osten des Landes seit Jahren die Situation für die Bevölkerung.

Hoffnungszeichen Irak

Weitere Teilnehmerländer mit Einschränkungen der Religionsfreiheit sind dem Bericht zufolge unter anderem Marokko, Tunesien, Algerien, Jordanien, Katar, Ägypten, die Türkei sowie Usbekistan. Religiöse Minderheiten – darunter Christen, Angehörige der Bahai-Religion und einzelne muslimische Gemeinschaften – seien dort weiterhin in unterschiedlichem Maße Diskriminierung sowie Einschränkungen bei der Ausübung und dem Bekenntnis ihres Glaubens ausgesetzt. Zugleich verweist „Kirche in Not“ auf Zeichen der Hoffnung. So sei die Nationalmannschaft des Irak ein Beispiel dafür, wie Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft gemeinsam auftreten könnten. Unter den Spielern befänden sich auch Christen, in einem Land, in dem ihr Bevölkerungsanteil inzwischen unter einem Prozent liege. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt.