18.06.2026

Deutschland: Assyrische Christen - Menschenrechtler gegen geplante Abschiebung

Gesellschaft für bedrohte Völker appelliert an saarländischen Innenminister

St. Ingbert (IDEA) – Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV/Göttingen) kritisiert die geplante Abschiebung eines syrisch-christlichen Ehepaars im Saarland. In einem Brief appelliert die Menschenrechtsorganisation an den saarländischen Innenminister Reinhold Jost (SPD), die Rückführung von Larisa Alsaifi und George Darani nach Syrien zu verhindern. Die beiden waren nach Angaben der GfbV 2024 vor Krieg, Gewalt und islamistischer Verfolgung aus Damaskus geflohen. Derzeit leben sie im saarländischen St. Ingbert. Das Paar habe begonnen, sich im Saarland ein neues Leben aufzubauen, heißt es in dem Schreiben der Gesellschaft. Sie hätten Arbeit gefunden, Sprachprüfungen bestanden und seien sichtbar integriert. Wegen der drohenden Abschiebung litten sie unter schweren psychischen Problemen. Der Mann habe nach Erhalt des Abschiebebescheids zudem eine Kopfverletzung und ein Schädelhirntrauma erlitten. In Syrien seien sie aufgrund ihrer christlich-assyrischen Herkunft gefährdet. Dort würden Minderheiten wie die Christen verfolgt. Die Familie des Ehepaars sei als christlich bekannt, und nahe Verwandte hätten wegen ihres christlichen Glaubens bereits Probleme bekommen. „Gerade bei besonders vulnerablen Personen, bei dokumentierten psychischen Belastungen und bei Angehörigen religiöser Minderheiten sollte das Prinzip der Humanität Vorrang haben“, so die Menschenrechtsorganisation. Syrien hat rund 23 Millionen Einwohner. Der Anteil der Christen liegt Schätzungen zufolge bei etwa einem Prozent. Im Weltverfolgungsindex des überkonfessionellen Hilfswerks Open Doors belegt das Land Rang sechs der Staaten, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.